Fotobox selber bauen mit dem Raspberry Pi
Eine eigene Fotobox mit richtiger Kamera, gesteuertem Licht und einem echten Auslöseknopf – für einen Bruchteil dessen, was eine Miete pro Abend kostet. Hier entsteht die komplette Bauanleitung: Stückliste, Verkabelung, Aufbau und die passende Software.
Alles kostenlos. Die Anleitung, die Stückliste und die Software geben wir frei heraus. Die Anbindung an EventPics ist optional – die Box funktioniert auch komplett ohne uns.
Was hier noch fehlt
- Fotos vom fertigen Aufbau
- Preise sind Momentaufnahmen und ändern sich
- Fertiges SD-Karten-Image zum Download
- Maßzeichnung für das Gehäuse
- Englische Fassung
1. Das Konzept
Richtige Kamera statt Handy-Sensor
Die Raspberry Pi HQ Camera hat einen deutlich grösseren Sensor als jede Tablet-Frontkamera und nimmt ein echtes Wechselobjektiv auf. Abends im Saal ist genau das der Unterschied zwischen brauchbar und rauschig.
Licht, das mit auslöst
Über einen GPIO-Pin steuert der Pi die LED-Leuchte per PWM: schwaches Einstelllicht während der Vorschau, volle Leistung nur im Moment der Aufnahme. Das blendet die Gäste nicht und gibt trotzdem viel Licht, wenn es zählt.
Ein Knopf, den man drücken will
Ein beleuchteter 60-mm-Arcade-Button direkt am GPIO. Kein Touchscreen-Gefummel, keine Erklärung nötig. Der Knopf ist der Grund, warum Gäste eine Fotobox überhaupt benutzen.
Was die Box in der ersten Version können soll
- Live-Vorschau auf dem Bildschirm (der Spiegel-Effekt, ohne den niemand posiert)
- Countdown mit großer Anzeige
- Einzelbild oder Vierer-Collage im Streifenformat
- Fixe Belichtungswerte, einmal beim Aufbau eingestellt
- Aufnahmesynchrone Lichtsteuerung
- Alle Bilder lokal gespeichert, unabhängig vom WLAN
- Optionaler Upload in eine EventPics-Galerie im Hintergrund
- QR-Code auf dem Bildschirm zum Sofort-Download
- Ausdruck auf einem Thermosublimationsdrucker
Bewusst nicht in Version 1: Greenscreen, Videos und Boomerang. Das kommt später.
2. Stückliste
Preise sind Momentaufnahmen von Amazon.de und ändern sich laufend. Die Links führen zu einem konkreten Artikel, der zum Aufbau passt – vergleiche vor dem Kauf trotzdem kurz, es gibt in fast jeder Kategorie gleichwertige Alternativen.
Kern: Rechner und Stromversorgung
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| Raspberry Pi 5, 4 GB Achtung: beim Fachhändler ca. 65 € |
Genug Leistung für flüssige Live-Vorschau und Bildverarbeitung gleichzeitig. Ein Pi 4 mit 4 GB geht auch, ist aber spürbar träger. Pi 3, Zero und Zero 2 W sind zu schwach – die Vorschau ruckelt. | 141,57 € | Bei Amazon ansehen |
| Aktiver Kühler für Pi 5 | Der Pi 5 wird unter Dauerlast heiß, im geschlossenen Gehäuse erst recht. Ohne Kühlung drosselt er nach einer halben Stunde Partybetrieb. | 12,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Netzteil 27 W USB-C PD Original Raspberry Pi, schwarz |
Der häufigste Grund für unerklärliche Abstürze ist ein zu schwaches Netzteil. Beim Pi 4 reicht das 15-W-Modell. | 15,90 € | Bei Amazon ansehen |
| USB-Gehäuse für M.2-SSD | Die Box wird am Ende des Abends einfach vom Strom getrennt. SD-Karten sterben daran. Eine SSD hält das aus und speichert nebenbei den ganzen Abend als lokales Backup. | 16,99 € | Bei Amazon ansehen |
| M.2-NVMe-SSD, 256 GB Marke frei wählbar |
256 GB reichen für viele Events. Wer sparen will, nimmt stattdessen eine gute A2-microSD für rund 10 € und schaltet das Dateisystem auf read-only. | ca. 25 € | Auswahl ansehen |
Kamera und Objektiv
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| Raspberry Pi HQ Camera Sensor IMX477, 12,3 MP |
Der größte Sensor im Pi-Kameraprogramm und der einzige mit C/CS-Objektivgewinde. Sensorfläche mal Objektiv entscheidet über die Bildqualität bei wenig Licht – nicht die Megapixelzahl. Das Original von Raspberry Pi ist beim Fachhändler günstiger. | 63,02 € | Bei Amazon ansehen |
| 6-mm-Weitwinkelobjektiv, CS-Mount F1.2, das offizielle Raspberry-Pi-Objektiv |
Beim Sensorformat der HQ Camera entspricht das etwa 34 mm Kleinbild: zwei bis fünf Personen auf 1,5 bis 2,5 m Abstand. Das oft mitverkaufte 16-mm-Teleobjektiv ist für eine Fotobox unbrauchbar – das wären rund 90 mm, damit fotografierst du ein Gesicht statt einer Gruppe. | ca. 28 € | Bei Amazon ansehen |
| Kameraflachbandkabel 15 auf 22 Pin Länge 300–500 mm wählen |
Das mitgelieferte Kabel ist zu kurz, sobald die Kamera vorne und der Pi hinten im Gehäuse sitzt. Steckerformat beachten: Pi 5 hat 22 Pin, Pi 4 hat 15 Pin. Beim Pi 5 brauchst du dieses Adapterkabel. | 8,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Sparvariante: Camera Module 3 Standardversion, nicht die 120°-Wide-Variante |
Kleinerer Sensor, dafür Autofokus und kein Objektivkauf nötig. Spart rund 55 €. Bei gutem Licht in der Box brauchbar, im Halbdunkel merklich schwächer. Die Wide-Version mit 120° verzerrt Gesichter am Bildrand – nicht nehmen. | ca. 35 € | Bei Amazon ansehen |
Licht – die wichtigste Position der ganzen Liste
Spare hier zuletzt. Die Bildqualität einer Fotobox entsteht aus dem Licht, nicht aus der Kamera. Wer 40 € übrig hat, investiert sie hier und nicht in den Sensor.
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| COB-LED-Streifen 12 V, 5000 K 5 m, IP65, ohne sichtbare Einzelpunkte |
12 V, weil sich das über einen MOSFET sauber per PWM vom Pi dimmen lässt – eine Netzleuchte mit eigenem Drehrad kannst du nicht aufnahmesynchron ansteuern. COB statt Einzel-LEDs, damit du keine Lichtpunkte im Diffusor siehst. 5000 K ist tageslichtnah, darauf stellst du den Weißabgleich fest ein. | 25,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Netzteil 12 V / 5 A | Versorgt den LED-Streifen. Reserve einplanen, damit es bei Volllast nicht einbricht. | 13,59 € | Bei Amazon ansehen |
| MOSFET IRLZ44N 10 Stück, zum Selbstaufbau |
Schaltet die 12-V-Beleuchtung über einen 3,3-V-GPIO-Pin. Wichtig ist Logic Level – ein normaler IRF520 schaltet bei 3,3 V nicht vollständig durch und wird heiß. | 6,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Diffusormaterial Opalacryl, Backpapier oder Softbox-Stoff |
Nackte LEDs geben hartes Licht und hässliche Reflexionen in Brillengläsern. Der Diffusor ist der billigste Qualitätssprung im ganzen Aufbau. | ca. 12 € | Auswahl ansehen |
Bildschirm und Bedienung
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| 10,1″-IPS-Touchscreen, 1280×800 HDMI, mit USB-Touch |
Groß genug, dass sich eine ganze Gruppe darin sieht. Das offizielle 7″-Display ist für eine Fotobox zu klein. Touch ist praktisch, aber nicht zwingend – bedient wird über den Knopf. | 59,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Micro-HDMI-auf-HDMI-Kabel 1 m |
Pi 4 und Pi 5 haben Micro-HDMI, nicht HDMI. Wird regelmäßig vergessen. | 7,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Arcade-Button 60 mm, beleuchtet 5er-Set, 12 V LED |
Gross, robust, selbsterklärend. Die eingebaute LED zeigt den Zustand: leuchtet gleich bereit, blinkt gleich Countdown läuft. Im Set, weil beim Einbau gerne einer kaputtgeht. | 17,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Dupont-Kabelset Male/Female sortiert, 20 cm |
Für Taster, Taster-LED und die Verbindung zum MOSFET. Dazu ein paar 330-Ω-Widerstände und Schrumpfschlauch aus der Bastelkiste. | 6,98 € | Bei Amazon ansehen |
Druck
Neu in der Planung: Der Drucker ist jetzt fester Bestandteil des Aufbaus, nicht mehr optional. Details zur Einrichtung stehen in Abschnitt 6.
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| Canon Selphy CP1500 Thermosublimation, 10×15 cm |
Thermosublimation statt Tinte: Die Ausdrucke sind sofort trocken, wischfest und trocknen zwischen zwei Events nicht ein – genau das Problem, an dem Tintendrucker in einer Fotobox scheitern. Am Raspberry Pi läuft der Drucker über CUPS mit Gutenprint-Treiber. | 119,00 € | Bei Amazon ansehen |
| Papier- und Farbbandkassette KP-108IN 108 Blatt 10×15 cm |
Reicht für 108 Ausdrucke. Für eine Hochzeit zwei Kassetten einplanen – sie ist mitten in der Nacht sonst nirgends zu bekommen. Original von Canon oder ein günstigeres Kompatibelset; bei Kompatiblen schwankt die Farbtreue etwas. | 31,50 € | Bei Amazon ansehen |
Gehäuse und Aufstellung
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| Multiplex- oder MDF-Platte 12 mm plus Scharniere, Schrauben, Lack |
Zuschnitt gibt es im Baumarkt, meist günstiger und genauer als selbst gesägt. Wichtig sind Lüftungsschlitze hinten und eine Klappe für den Zugang zum Pi. Maßzeichnung folgt. | ca. 50 € | Auswahl ansehen |
| Schweres Lichtstativ oder Standfuß mind. 2 m, mit Spreizfuß |
Die Box steht auf Kopfhöhe. Sie wird angetanzt und angestoßen – ein leichtes Stativ kippt garantiert. Lieber eines mit Gewicht oder einen Sandsack dazu. | ca. 35 € | Auswahl ansehen |
Optional
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| Hintergrund mit Ständer | Ein ruhiger, einfarbiger Hintergrund macht mehr aus als jedes zusätzliche Objektiv. Pailletten-Hintergründe sehen auf Fotos gut aus, brauchen aber viel Licht. | ca. 50 € | Auswahl ansehen |
| Requisiten-Set Hüte, Brillen, Schilder |
Der mit Abstand günstigste Weg zu besseren Bildern. Gäste, die etwas in der Hand haben, posieren mutiger. | ca. 15 € | Auswahl ansehen |
3. Was es zusammen kostet
Sparvariante ohne Druck
ca. 280 €
Pi aus der Schublade, Camera Module 3, microSD statt SSD, vorhandener Monitor, Gehäuse aus Restholz. Gesteuertes Licht ist trotzdem dabei – darauf würde ich nicht verzichten.
Empfohlener Aufbau ohne Druck
ca. 470 €
HQ Camera mit 6-mm-Objektiv, gesteuertes 12-V-Licht, 10″-Display, SSD, gebautes Gehäuse. Digital only, der QR-Code ersetzt den Ausdruck.
Kompletter Aufbau mit Drucker
ca. 620 €
Alles aus der Stückliste inklusive Selphy und einer Papierkassette. Das ist die Variante, für die wir die Anleitung schreiben. Über Amazon gerechnet rund 700 € – die Differenz ist fast komplett der überteuerte Pi.
Zum Vergleich: Eine gemietete Fotobox kostet je nach Anbieter und Region üblicherweise einen mittleren dreistelligen Betrag pro Abend. Der Selbstbau rechnet sich also meist schon beim zweiten Event – und die Box gehört dir.
4. Verkabelung und GPIO-Belegung
| Funktion | GPIO (BCM) | Header-Pin | Beschaltung |
|---|---|---|---|
| Auslöser-Taster | GPIO 17 | Pin 11 | gegen GND, interner Pull-up aktiv, Entprellung in Software |
| Taster-LED | GPIO 27 | Pin 13 | über 330 Ω Vorwiderstand (bei 12-V-LED über zweiten MOSFET-Kanal) |
| Licht (PWM) | GPIO 18 | Pin 12 | an das Gate-Signal des MOSFET-Moduls, Hardware-PWM-fähiger Pin |
| Masse | GND | Pin 6, 9, 14 … | gemeinsame Masse für Taster, MOSFET-Modul und 12-V-Netzteil |
Schaltplan und Fotos der Verkabelung folgen in der finalen Fassung.
5. Aufbau Schritt für Schritt
Grobe Reihenfolge. Die ausführliche Version mit Fotos und Maßen kommt, sobald der erste Prototyp fertig ist.
Pi vorbereiten
Raspberry Pi OS auf die SSD spielen, Kamera testen, WLAN einrichten, automatischen Start der Fotobox-Software einrichten. Wir stellen dafür ein fertiges Image bereit, mit dem dieser Schritt entfällt.
Kamera und Objektiv montieren
Objektiv auf die HQ Camera schrauben, Flachbandkabel anschließen (auf die Ausrichtung achten, die Kontakte zeigen zum Anschluss hin). Danach den Fokus einmalig auf den späteren Standabstand einstellen und die Fixierschraube anziehen. Ein fester Fokus ist in der Box zuverlässiger als jeder Autofokus.
Gehäuse bauen
Ausschnitte für Display, Kameraöffnung, Leuchte und Auslöseknopf. Hinten eine Klappe für den Zugang, oben und unten Lüftungsschlitze. Der Knopf gehört auf bequeme Handhöhe, nicht neben den Bildschirm.
Elektrik verdrahten
Taster und MOSFET-Modul nach der Tabelle oben anschließen. Alle Kabel mit Zugentlastung sichern – die Box wird transportiert und dabei wackelt alles, was nicht befestigt ist.
Licht einstellen
Leuchte auf 30–50 cm zum Gesicht, leicht von oben. Dann in der Software Belichtungszeit, ISO und Weißabgleich manuell festlegen und fixieren. Ab jetzt sehen alle Bilder des Abends gleich aus.
Drucker einbinden
Selphy per USB anschließen, CUPS mit Gutenprint einrichten, Testdruck machen. Achte beim Einbauplatz auf den Freiraum vor und hinter dem Gerät – mehr dazu in Abschnitt 6.
Generalprobe
Zwei Stunden am Stück laufen lassen und dabei fotografieren. So findest du Überhitzung, WLAN-Abbrüche, Papierstaus und volllaufende Datenträger vorher – und nicht während der Feier.
6. Drucken
Der Ausdruck ist für viele Gäste der eigentliche Grund, eine Fotobox zu benutzen. Ein Streifen, den man mit nach Hause nimmt oder ins Gästebuch klebt, wirkt anders als ein Bild im Handy. Deshalb ist der Drucker jetzt Teil des Standardaufbaus.
Warum Thermosublimation
Ein Tintendrucker ist in einer Fotobox die falsche Wahl: Zwischen zwei Events vergehen Wochen, und die Düsen trocknen ein. Thermosublimationsdrucker haben dieses Problem nicht – sie arbeiten mit einem Farbband, das nicht altert. Die Ausdrucke kommen trocken heraus, sind wischfest und überstehen auch eine feuchte Hand um zwei Uhr nachts.
Der Canon Selphy CP1500 druckt 10×15 cm in rund 45 Sekunden und kostet mit Kassette etwa 1,20 € bis 1,50 € pro Blatt. Er lässt sich per USB direkt am Pi betreiben.
Einrichtung am Raspberry Pi
Linux ist hier im Vorteil gegenüber einer Tablet-Lösung: Druckertreiber sind Teil des Systems. Es genügt, CUPS und die Gutenprint-Treiber zu installieren und den Selphy per USB einzubinden. Die Fotobox-Software schickt die fertige Bilddatei dann einfach an die Warteschlange.
Format: Der Vierer-Streifen wird auf 10×15 cm gelegt, wahlweise zweimal nebeneinander zum Auseinanderschneiden. Vorlagen liefern wir mit.
Praxis am Eventabend
- 45 Sekunden pro Druck heißt: In Stoßzeiten baut sich eine Warteschlange auf. Sinnvoll ist, den Druck optional zu machen – nicht jedes Bild muss aufs Papier.
- Eine zweite Kassette gehört in die Kiste. 108 Blatt sind auf einer Hochzeit schneller weg, als man denkt.
- Der Drucker hat ein eigenes Netzteil und hängt nicht am Pi-Strom.
- Kompatible Kassetten sind deutlich günstiger, die Farbwiedergabe schwankt aber. Für den Prototyp reicht das, für Kundenevents lieber das Original.
6. Die Software
Was geplant ist
- Live-Vorschau, Countdown, Einzelbild und Vierer-Collage
- Manuell fixierbare Belichtungsparameter
- GPIO-Auslöser und aufnahmesynchrone Lichtsteuerung
- Lokaler Speicher als Erstes, Upload als Zweites – nichts geht verloren, wenn das WLAN im Saal ausfällt
- Druckausgabe über CUPS, pro Aufnahme zuschaltbar
- Optionale EventPics-Anbindung, abschaltbar
- Fertiges Image: SD-Karte schreiben, einschalten, fertig
Was du heute schon nutzen kannst
Wenn du bereits eine Fotobox betreibst – egal mit welcher Software – brauchst du auf unsere Version nicht zu warten:
- EventPics Folder Uploader für Windows und macOS überwacht den Ausgabeordner deiner bestehenden Fotobox-Software und lädt jedes neue Bild automatisch hoch.
- Die EventPics API ist offen dokumentiert. Damit kannst du den Upload selbst in dein eigenes Skript einbauen – drei Aufrufe, mehr ist es nicht.
8. Stolperfallen, die fast jeder trifft
Das falsche Kameraflachbandkabel
Pi 5 hat den 22-Pin-Anschluss, Pi 4 den 15-Pin. Der Kamera liegt das 15-Pin-Kabel bei. Wer einen Pi 5 kauft, braucht zusätzlich das Adapterkabel.
Das Teleobjektiv statt dem Weitwinkel
Im Set liegt oft ein 16-mm-Objektiv bei. Damit steht die Box vier Meter vom Motiv entfernt oder fotografiert nur ein Gesicht. Du brauchst das 6-mm-Weitwinkel.
Automatik statt fester Werte
Bleiben Belichtung und Weißabgleich auf Automatik, ist jedes Bild anders hell und anders farbig. In einer Fotobox ist Konstanz wichtiger als Perfektion im Einzelbild.
Der Xenon-Blitz
Naheliegender Gedanke, funktioniert aber nicht zuverlässig: Die Pi-Sensoren haben einen Rolling Shutter. Ein kurzer Blitz belichtet dann nur einen Streifen des Bildes. Deshalb eine LED-Leuchte, die über die gesamte Auslesezeit hochgefahren wird.
Die SD-Karte
Am Ende des Abends zieht jemand den Stecker. Nach dem dritten Mal ist die Karte hin und der Abend mit ihr. SSD oder read-only-Dateisystem – das ist die wirksamste einzelne Maßnahme für einen sorgenfreien Betrieb.
Das WLAN im Veranstaltungssaal
Verlass dich nicht darauf. Die Box muss vollständig offline funktionieren und hochladen, wenn wieder Verbindung da ist. Ein Handy-Hotspot als Rückfallebene schadet nicht.
9. Optional: Bilder direkt aufs Handy der Gäste
Die Box funktioniert komplett eigenständig. Wer möchte, verbindet sie zusätzlich mit einer EventPics-Galerie: Die Bilder erscheinen dann sofort online, die Gäste scannen den QR-Code neben der Box und haben ihr Foto in Originalqualität auf dem Handy – ohne App und ohne Konto.
Nebeneffekt, den viele erst am Tag danach zu schätzen wissen: Über denselben QR-Code laden die Gäste auch ihre eigenen Handyfotos in dieselbe Galerie. Am Ende hast du nicht nur die Fotobox-Bilder, sondern den ganzen Abend an einem Ort.
Das ist ausdrücklich freiwillig. Wenn du deine Bilder lieber nur lokal behältst, lässt du die Anbindung einfach aus – die Anleitung und die Software bleiben in vollem Umfang nutzbar.
10. Häufige Fragen
Wann ist die Anleitung fertig?
Ein Termin steht noch nicht fest. Diese Seite ist bewusst schon online, damit wir Rückmeldungen zur Stückliste bekommen, bevor der erste Prototyp gebaut ist. Schreib uns gerne, was dir fehlt.
Wird die Bildqualität an eine Spiegelreflex-Fotobox herankommen?
Nein, und das behaupten wir auch nicht. Eine Fotobox mit Systemkamera und Blitzanlage liefert bessere Bilder. Der Pi-Aufbau kommt mit gutem Licht aber nah genug heran, dass die Gäste am nächsten Tag begeistert sind – bei einem Bruchteil der Kosten. Wer Studioqualität braucht, nimmt eine Kamera mit Ausgabeordner und unseren Folder Uploader.
Kann ich die Box gewerblich vermieten?
Von unserer Seite spricht nichts dagegen. Für den gewerblichen Einsatz solltest du dich um Themen wie Elektroprüfung, Haftpflicht und Datenschutz gegenüber deinen Kunden kümmern. Für den Datenschutzteil bieten wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag an.
Muss der Drucker sein?
Nein. Die Box funktioniert digital genauso, der QR-Code neben der Box ersetzt den Ausdruck vollständig. Wir planen ihn trotzdem von Anfang an mit ein, weil der Streifen in der Hand für viele Gäste den Unterschied macht – und weil es später deutlich mehr Arbeit ist, den Druck nachträglich in Gehäuse und Software hineinzuquetschen. Wer ihn nicht will, lässt die zwei Positionen aus der Liste weg und spart rund 150 €.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Für den geplanten Weg nicht: Image auf die SSD schreiben, einschalten, im Menü den Ordner und optional den EventPics-Schlüssel eintragen. Löten musst du nur den Taster und die Lichtsteuerung – das sind vier Kabel.
Was, wenn ich schon eine Fotobox habe?
Dann brauchst du diese Anleitung nicht. Der Folder Uploader arbeitet mit jeder Fotobox-Software zusammen, die Bilder in einen Ordner schreibt. Mehr dazu auf unserer Seite für Fotobox-Verleiher.
Sicherheitshinweis
Der Nachbau erfolgt auf eigene Verantwortung. Arbeiten an der 230-V-Seite (Netzteile, Verteiler, Leuchtmittel) gehören in fachkundige Hände. Verwende ausschließlich fertige, geprüfte Netzteile und öffne diese nicht. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden an Geräten oder Personen.
Hinweis zu Produktlinks
In der finalen Fassung dieser Anleitung werden die Produktlinks Partnerlinks sein. Kaufst du darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Solche Links werden eindeutig als Werbung gekennzeichnet. Unsere Empfehlungen richten sich danach, was für den Aufbau technisch sinnvoll ist – zu jeder Position nennen wir, wo eine günstigere Alternative genügt, und beim Raspberry Pi raten wir ausdrücklich davon ab, ihn über Amazon zu kaufen.
In dieser Entwurfsfassung sind es noch normale Amazon-Links ohne Partner-Kennung.