⚠️ Entwurf – diese Anleitung ist noch in Arbeit. Stückliste, Preise und Software sind noch nicht final.
In Planung · Entwurfsfassung

Fotobox selber bauen mit dem Raspberry Pi

Eine eigene Fotobox mit richtiger Kamera, gesteuertem Licht und großem Touchscreen – für einen Bruchteil dessen, was eine Miete pro Abend kostet. Hier entsteht die komplette Bauanleitung: Stückliste, Verkabelung, Aufbau und die passende Software.

Alles kostenlos. Die Anleitung, die Stückliste und die Software geben wir frei heraus. Die Anbindung an EventPics ist optional – die Box funktioniert auch komplett ohne uns.

Was hier noch fehlt

  • Fotos vom fertigen Aufbau
  • Preise sind Momentaufnahmen und ändern sich
  • Fertiges SD-Karten-Image zum Download
  • Maßzeichnung für das Gehäuse
  • Englische Fassung

1. Das Konzept

Eine Fotobox, eine Stückliste. Keine Varianten, keine „geht auch anders" – genau dieser Aufbau, und genau den bauen wir selbst. Alles darin ist so gewählt, dass es am Ende gute Bilder macht, ohne dass die Rechnung ausufert.

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Offizielle Kamera mit Autofokus

Das Raspberry Pi Camera Module 3 in der Standardversion mit 76°. Autofokus eingebaut, Objektiv fest verbaut, nichts dazuzukaufen. Und weil es eine offizielle Kamera ist, bringt der Raspberry Pi die passende Farbabstimmung mit – das ist der Grund, warum Hauttöne stimmen und der Weißabgleich sitzt.

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Licht, das mit auslöst

Der Pi regelt die Leuchte über Bluetooth: schwaches Einstelllicht während der Vorschau, volle Leistung nur im Moment der Aufnahme. Das blendet die Gäste nicht und gibt trotzdem viel Licht, wenn es zählt. Wer eine andere Leuchte anschließen will, nimmt DMX – und wer die Fläche selbst baut, dimmt sie per PWM.

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Ein großer Bildschirm, den jeder versteht

Ein 15-Zoll-Touchscreen direkt unter der Kamera. Die Gäste sehen sich groß, tippen auf START, prüfen ihr Bild und holen es per QR-Code aufs Handy – ohne Erklärung. Ein kabelloser Auslöser kommt später als Erweiterung dazu.

Warum diese Kamera

Für den Raspberry Pi gibt es Dutzende Kameramodule, und die Auswahl ist der Punkt, an dem die meisten Selbstbauten die falsche Entscheidung treffen. Der Sensor ist dabei nur die halbe Sache. Damit eine Kamera am Pi wirklich gut aussieht, braucht es zusätzlich eine Farbabstimmung: Weißabgleich-Kalibrierung, Farbmatrizen, Rauschprofile. Die vermisst Raspberry Pi im Labor – aber nur für die eigenen Sensoren.

Nimmst du ein Fremdmodul mit einem anderen Sensor, läuft die Kamera zwar, aber Hauttöne werden fahl oder stichig. In einer Fotobox, deren einziges Motiv Gesichter sind, ist das der schlimmste Fehler, den man machen kann. Deshalb: offizielle Kamera.

Und innerhalb der Modul-3-Familie die Standardversion mit 76°, nicht die Wide mit 120°. Der Grund ist handfest: 120° diagonal sind rund 102° horizontal, damit fotografierst du auf zwei Meter Abstand einen fast fünf Meter breiten Streifen – also links und rechts an deinem Hintergrund vorbei, mitsamt Bar und Notausgangsschild. Die Standardversion deckt auf zwei Meter rund 2,6 m ab. Das passt zu einem üblichen Hintergrund.

Warum dieses Licht

Eine Fotobox fotografiert Gesichter, meistens abends, in einem Raum mit schwachem Mischlicht. Die Kamera ist dabei die feste Größe – das Licht ist die einzige Stellschraube, die du wirklich in der Hand hast. Es entscheidet über das Ergebnis mehr als jede andere Position dieser Liste. Deshalb hier die Begründung für jeden einzelnen Punkt.

Kein RGB – das ist die wichtigste Absage

Bunte oder adressierbare LED-Streifen erzeugen Weiß, indem sie Rot, Grün und Blau mischen. Das ergibt ein Spektrum aus drei schmalen Spitzen und nichts dazwischen. Haut reflektiert aber über den gesamten Farbbereich – unter solchem Licht wird sie fleckig und leblos, und kein Weißabgleich der Welt bringt das zurück, weil die Information im Licht schlicht fehlt. Dazu dimmen adressierbare Chips intern selbst, was bei kurzen Belichtungszeiten Helligkeits­streifen im Bild erzeugt.

Adressierbare Ketten sind großartig für Stimmung und Statusanzeigen – etwa ein Lichtring, der den Countdown mitzählt. Als Licht, mit dem fotografiert wird, sind sie ungeeignet.

CRI 90 oder höher – die Zahl, auf die es ankommt

Der Farbwiedergabeindex sagt, wie originalgetreu eine Lichtquelle Farben zeigt; 100 wäre perfekt. Billige LED-Streifen liegen bei 70 bis 80. Darunter wird Haut fahl bis grünstichig und Rottöne werden matschig – auf Fotos von Menschen fällt genau das sofort auf, auch Laien, die nicht benennen können, warum das Bild komisch aussieht.

Faustregel beim Einkauf: Steht der CRI-Wert nicht dabei, ist er schlecht. Hersteller, die über 90 liegen, schreiben es hin. Wenn du die Wahl hast, achte zusätzlich auf den Einzelwert R9 für tiefes Rot – ausgerechnet der ist bei vielen CRI-90-LEDs schwach, und Haut braucht genau dieses Rot.

5600 Kelvin, fest eingestellt

Weil du den Weißabgleich der Kamera fest einstellst, ist die absolute Farbtemperatur für das Gesicht fast egal – du kalibrierst ja darauf. Entscheidend sind zwei andere Dinge: dass die Farbtemperatur fest bleibt, und wie sie sich zum Raumlicht verhält.

Fest ist das Wichtigere. Die Box misst den Weißabgleich einmal ein, und was danach an einem Regler gedreht wird, macht die Messung zunichte. Eine Leuchte, deren Farbtemperatur niemand verstellen kann, ist in einer Fotobox ein Vorteil und kein Mangel.

Unsere Leuchte hat 5600 K, also Tageslicht. Ein Festsaal ist typischerweise mit 2700 bis 3000 K beleuchtet, also deutlich wärmer. Du bekommst damit neutrale Gesichter vor einem warm getönten Hintergrund – genau der Look, den man von Partyfotos kennt, und der Saal bleibt als Saal erkennbar statt grau. 6500 K fällt dagegen aus: bläulich und klinisch, Haut wirkt blass.

Wer den Hintergrund lieber neutral hätte, nimmt die Bi-Color-Version derselben Leuchte und stellt sie einmalig auf rund 4000 K – der Wert, der zwischen Saal und Gesicht am wenigsten schiefgeht. Danach nicht mehr anfassen.

Steuerbar – oder bewusst nicht

Die Fotobox dimmt das Licht zwischen den Aufnahmen herunter und fährt es kurz vor dem Auslösen auf volle Leistung. Das schont die Augen der Gäste und erlaubt der Kamera trotzdem eine kurze Belichtung. Genau daran scheitern die meisten fertigen Videoleuchten: Sie haben guten CRI, aber ihre eigene Elektronik mit Drehregler.

Bei Godox geht es trotzdem, weil sich die Leuchten über Bluetooth ansprechen lassen – das Protokoll ist offengelegt, und der Raspberry Pi hat Bluetooth eingebaut. Das ist der Weg, den diese Anleitung geht. Du trägst die Bluetooth-Adresse der Leuchte einmal in den Einstellungen ein, danach regelt die Box die Helligkeit selbst. Verzichtest du darauf, verlierst du genau eine Sache: Die Leuchte brennt dann den ganzen Abend mit der Helligkeit, die du an ihr eingestellt hast. In jedem Fotostudio ist das der Normalfall.

Und wenn du ohnehin Veranstaltungstechnik im Haus hast: Die Software kann DMX512. Damit steuert die Box praktisch jeden Scheinwerfer an, ohne dass irgendwer ein Protokoll nachbauen muss – es braucht nur einen USB-DMX-Adapter am Pi, den Anschluss und die Kanalnummer in den Einstellungen. Dieselbe Box, vier mögliche Leuchten: selbstgebaute Fläche, DMX-Scheinwerfer, Godox über Bluetooth oder eine gekaufte Leuchte, die einfach durchbrennt.

Die selbstgebaute Fläche dimmt der Pi über einen GPIO-Pin per PWM. Das war einmal unser Hauptweg, ist es aber nicht mehr – es steht unten als Alternative, mit allem, was dazugehört.

Eine Fläche, keine Linie – und über der Kamera

Wie weich das Licht wirkt, hängt an der Größe der Lichtquelle vom Motiv aus gesehen, nicht am Diffusor. Ein nackter Reflektor ist eine kleine Quelle und wirft harte Schatten, ein 8 mm schmaler LED-Streifen hinter Milchglas bleibt eine harte Linie. Deshalb gehört eine Softbox mit 60 bis 70 cm vor die Leuchte – sie ist der Grund, warum das Licht Gesichtern schmeichelt, und nicht der Diffusorstoff an sich. Wer die Fläche selbst baut, braucht dafür mindestens 30–40 cm Breite und 6–10 cm Höhe.

Und sie gehört über die Kamera. Licht von oben wirft die Schatten nach unten, so wie Sonne und Deckenlampen es tun – das liest jeder als normal. Licht von unten kippt die Schatten nach oben, macht die Augenhöhlen dunkel und das Kinn hell. Das ist der Effekt, mit dem im Kino Bösewichte ausgeleuchtet werden.

Einkaufsliste fürs Licht – darauf musst du achten:
  • CRI 95 oder höher, und zwar ausdrücklich angegeben
  • 50 bis 75 Watt – mehr brauchst du auf zwei Meter nicht
  • Softbox mit 60 bis 70 cm, faltbar und leicht
  • Bowens-Bajonett, der verbreitetste Anschluss für Zubehör
  • Gewicht unter 1,5 kg – die Leuchte sitzt auf einem Hebel über der Box
  • Kein RGB
  • Bluetooth, damit die Box die Helligkeit selbst steuert

Was die Box können soll

  • Live-Vorschau auf dem Bildschirm (der Spiegel-Effekt, ohne den niemand posiert)
  • Countdown mit großer Anzeige
  • Einzelbild oder Vierer-Collage im Streifenformat
  • Fest eingestellte Belichtung, Weißabgleich und Fokus
  • Aufnahmesynchrone Lichtsteuerung
  • Alle Bilder lokal gespeichert, unabhängig vom WLAN
  • Ausdruck auf dem Thermosublimationsdrucker
  • QR-Code auf dem Bildschirm zum Sofort-Download, optional über EventPics

Bewusst nicht dabei: Greenscreen, Videos, Boomerang. Erst wenn der Rest steht.

2. Stückliste

Das ist die komplette Liste. Alles, was hier steht, brauchst du – und mehr brauchst du nicht. Preise sind Momentaufnahmen und ändern sich laufend.

Pi-Teile beim Fachhändler kaufen. Raspberry Pi, Kamera und Netzteil sind bei offiziellen Händlern wie reichelt, BerryBase oder Welectron günstiger als bei Amazon und liefern zuverlässig auch nach Österreich. Für alles andere in dieser Liste ist Amazon in Ordnung.

Zur Preislage beim Raspberry Pi: Die Speicherpreise sind stark gestiegen, der Pi 5 kostet deutlich mehr als früher. Vier Gigabyte sind für diesen Aufbau die richtige Wahl – mit zwei wird es eng, sobald Kamera und Bildschirmoberfläche gleichzeitig laufen, mit acht zahlst du für Speicher, den eine Fotobox nie anfasst.

Rechner und Stromversorgung

KomponenteWarum genau dasPreisBezug
Raspberry Pi 5, 4 GB
Beim Fachhändler ca. 122 €
Genug Leistung für flüssige Live-Vorschau und Bildverarbeitung gleichzeitig. Vier Gigabyte, weil Kameraprozess und Bedienoberfläche zusammen rund ein Gigabyte belegen und du Reserve für einen ganzen Abend Dauerbetrieb brauchst. ca. 122 € Bei Amazon ansehen
Aktiver Kühler Der Pi 5 wird unter Dauerlast heiß, im geschlossenen Gehäuse erst recht. Ohne Kühlung drosselt er nach einer halben Stunde Partybetrieb. 12,99 € Bei Amazon ansehen
Netzteil 27 W USB-C PD
Original Raspberry Pi
Der häufigste Grund für unerklärliche Abstürze ist ein zu schwaches Netzteil. Nimm das Original: Nur es liefert dem Pi 5 das Profil 5 V/5 A, mit dem die USB-Buchsen den vollen Strom bekommen. Beim Fachhändler rund 11 €. 15,90 € Bei Amazon ansehen
microSD-Karte, 32 GB
Markenkarte, Klasse A1 oder A2
Darauf laufen nur Betriebssystem und Fotobox-Software, dafür reichen 32 GB. Die Fotos landen auf dem USB-Stick (nächste Zeile) – den ziehst du am Ende des Abends ab und hast alle Bilder in der Hand. Eine Markenkarte, weil billige Karten es übelnehmen, wenn die Box einfach vom Strom getrennt wird. ca. 8 € Auswahl ansehen
USB-Stick, 64 GB
Speicher für die Fotos
Jedes behaltene Bild und jede Einzelaufnahme kopiert die Box auf den Stick, eines nach dem anderen und auch dann, wenn der Stick zwischendurch abgezogen war. 64 GB fassen mehrere tausend Bilder, das reicht für viele Veranstaltungen. Ein USB-3-Stick, weil die Box beim Kopieren sonst länger beschäftigt ist. ca. 8 € Auswahl ansehen

Kamera

KomponenteWarum genau dasPreisBezug
Raspberry Pi Camera Module 3, Standard
Modell SC0872 · 76° diagonal · Sensor IMX708
Offizielle Kamera mit passender Farbabstimmung, Autofokus eingebaut, Objektiv fest verbaut. Es gibt vier Varianten mit fast gleichem Namen – geh nach der Modellnummer SC0872, dann kann nichts schiefgehen. SC0874 ist die 120°-Wide, SC0873 und SC0875 sind die NoIR-Versionen ohne Infrarotfilter. Beide sind für eine Fotobox ungeeignet.
Das Flachbandkabel liegt bei – in der Regel sogar zwei: eines mit 15 Pin auf beiden Seiten für den Pi 4 und eines von 15 auf 22 Pin für den Pi 5. Erst nachsehen, bevor du eines dazukaufst. Ein längeres brauchst du nur, wenn es vom Kameraplatz bis zum Pi im Gehäuse nicht reicht.
Beim Fachhändler rund 30 € und ab Lager; bei Amazon verkaufen sie nur Marktplatzhändler, entsprechend teurer und nicht überall lieferbar.
ca. 30 € Beim Fachhändler
Bei Amazon

Licht

Spare hier zuletzt. Die Bildqualität einer Fotobox entsteht aus dem Licht, nicht aus der Kamera. Das Modul 3 öffnet auf f/1.8 – ordentlich, aber keine Nachtsichtkamera. Mit kräftigem, weichem Licht macht sie hervorragende Bilder, im Halbdunkel nicht.

KomponenteWarum genau dasPreisBezug
LED-Dauerlicht 70 W, CRI 96
Godox SL60IID, Bowens-Bajonett, Bluetooth
Der CRI-Wert ist hier wichtiger als alles andere. Er sagt, wie originalgetreu Farben wiedergegeben werden. Billige Leuchten liegen bei 70 bis 80, und darunter wird Haut fahl bis grünstichig. Nennt ein Angebot den CRI gar nicht, ist er schlecht. Diese liegt bei 96.
5600 K fest statt umschaltbar: Die Box misst den Weißabgleich einmal ein, und dann soll er bleiben – ein Regler, den jemand verdreht, ist hier ein Risiko und kein Vorteil.
70 Watt sind auf zwei Meter reichlich; die Kamera kann damit mit niedriger Verstärkung arbeiten, und das sieht man im Bild mehr als jede weitere Lampenleistung.
Bluetooth, damit die Fotobox die Helligkeit selbst steuern kann: schwaches Einstelllicht während der Vorschau, volle Leistung kurz vor dem Auslösen. Du trägst die Adresse der Leuchte einmal in den Einstellungen ein. Kein RGB: RGB mischt Weiß aus drei schmalen Spektrallinien, darunter sehen Hauttöne schlecht aus. Dass sie einen Lüfter hat, ist der Preis für 70 Watt aus einem COB-Chip – hörbar ist er nur in stillen Momenten.
146,00 € Bei Amazon ansehen
Softbox mit Bowens-Bajonett
60–70 cm, faltbar, leicht
Der mitgelieferte Reflektor macht hartes Licht mit scharfen Schatten. Weiches Licht kommt von einer großen Fläche – erst die Softbox macht aus der Leuchte das, was Gesichtern schmeichelt. Nimm eine faltbare mit 60 bis 70 cm: Ein Beauty Dish aus Metall sieht schöner aus, wiegt aber ein Vielfaches, und das sitzt bei dir auf einem Hebel über der Box. Das Bowens-Bajonett ist der verbreitetste Anschluss – damit passt Zubehör von praktisch jedem Hersteller. ca. 50 € Auswahl ansehen

Alternative: die Leuchtfläche selbst bauen

Es geht auch ohne gekaufte Leuchte: sechs Meter COB-Streifen mit 12 Volt und CRI 90, in Stücke geschnitten und dicht nebeneinander auf eine Trägerplatte geklebt, davor eine Opalacryl-Scheibe, geschaltet über ein MOSFET-Modul am GPIO des Pi. Material rund 60 € statt 196 €, und der Pi dimmt die Leuchte dann ohne Umwege.

Gegengerechnet: Das sind rund 30 Lötstellen, vier bis sechs Stunden Arbeit, ein zweites Netzteil, und du brauchst zusätzlich eine Softbox oder einen Diffusor, der groß genug ist. Wir haben beides gebaut und uns für die gekaufte Leuchte entschieden – nicht wegen des Lichts, sondern wegen allem drumherum.

Wenn du es trotzdem so machst, zwei Dinge aus unseren Messungen: Stell die PWM-Frequenz in den Einstellungen unter „Erweitert“ auf 2000 Hz. Bei den üblichen 200 Hz zeigt das Bild Helligkeitsstreifen – gemessen 19 % Schwankung bei 30 % Dimmwert, bei 2000 Hz nur noch 2,5 %, also Rauschen. Höher solltest du nicht gehen: Ab etwa 5 kHz schaltet ein einfaches MOSFET-Modul nicht mehr sauber ab, und das Dimmen wird unbrauchbar. Wer unten herum feiner dimmen will, nimmt statt des D4184 ein Modul mit echtem Gate-Treiber – dann bleibt die Dimmkurve auch bei höheren Frequenzen gerade.

Niemals 12 V auf einen GPIO-Pin geben – das zerstört den Raspberry Pi sofort. Die Leuchtfläche hängt ausschließlich am MOSFET, und die Masse des 12-V-Netzteils muss mit der Masse des Pi verbunden sein, sonst schaltet der MOSFET nicht zuverlässig.

FunktionGPIO (BCM)Header-PinBeschaltung
Licht (PWM)GPIO 18Pin 12an den Signaleingang des MOSFET-Moduls (meist PWM oder SIG beschriftet). Der Pin hängt an der PWM-Einheit des Chips, nicht an einer in Software erzeugten – das Setup-Skript trägt dafür dtoverlay=pwm,pin=18,func=2 ein. Bei der gekauften Leuchte bleibt dieser Pin frei.
MasseGNDPin 6, 9, 14 …an den GND-Eingang des MOSFET-Moduls – gemeinsame Masse mit dem 12-V-Netzteil

Bildschirm und Bedienung

KomponenteWarum genau dasPreisBezug
15,3″-IPS-Touchscreen, 1920×1200
HDMI für das Bild, USB für die Berührung, Netzteil und Micro-HDMI-Kabel liegen bei
Groß genug, dass sich eine ganze Gruppe darin sieht – das offizielle 7″-Display ist für eine Fotobox zu klein. 1920×1200 ist die Auflösung, auf die die Oberfläche ausgelegt ist: Bei weniger wird es eng, bei mehr rechnet die Software selbst herunter. Achte auf 10-Punkt-Touch über USB, das erkennt Linux ohne Treiber. Der Bildschirm hängt am USB-Hub, nicht am Pi: Strom aus dessen Ladeanschluss, Berührung an einem Datenanschluss. Am Pi mitversorgt fehlt der Strom für Touch und Drucker. 92,99 € Bei Amazon ansehen
USB-Hub mit eigenem Netzteil
12 V / 2 A, Ladeanschluss plus 4 Datenanschlüsse
Der Hub ist fest eingeplant, nicht als Notlösung. An ihm hängt der Bildschirm mit zwei Kabeln: Strom aus dem Ladeanschluss, Berührung an einem Datenanschluss – reine Ladeanschlüsse übertragen keine Daten. Dazu die beiden USB-Buchsen nach außen für Stick und Drucker.
Der Grund dahinter: Zieht der Bildschirm seinen Strom aus dem Pi, fehlt er dem Pi an anderer Stelle – der Touch setzt aus, der Druck bricht ab, und vcgencmd get_throttled meldet etwas anderes als 0x0. Mit dem Hub kommt dieser Strom aus dessen eigenem Netzteil. Als Nebeneffekt sparst du das mitgelieferte Bildschirmnetzteil und damit eine dritte Steckdose im Gehäuse. Reicht der Ladeanschluss des Hubs für deinen Bildschirm nicht, hängst du ihn eben doch an sein eigenes Netzteil – der Hub bleibt trotzdem drin.
18,19 € Bei Amazon ansehen

Druck

KomponenteWarum genau dasPreisBezug
Canon Selphy CP1500
Thermosublimation, 10×15 cm
Thermosublimation statt Tinte: Die Ausdrucke sind sofort trocken, wischfest und trocknen zwischen zwei Events nicht ein – genau das Problem, an dem Tintendrucker in einer Fotobox scheitern. Läuft am Pi über CUPS mit Gutenprint-Treiber. 119,00 € Bei Amazon ansehen
Papier- und Farbbandkassette KP-108IN
108 Blatt 10×15 cm
Reicht für 108 Ausdrucke. Für eine Hochzeit zwei Kassetten einplanen – sie ist mitten in der Nacht nirgends zu bekommen. 31,50 € Bei Amazon ansehen

Netzwerk (optional, aber empfohlen)

Wer die Box nur zu Hause aufstellt, braucht das nicht. Sobald sie zu fremden Veranstaltungsorten mitfährt, ist es der Unterschied zwischen „läuft“ und „wir suchen das WLAN-Passwort“. Beim Router stehen zwei Wege zur Wahl – du brauchst nur einen davon. Konkrete Modelle wechseln zu schnell, um sie hier zu empfehlen; worauf es ankommt, steht in Abschnitt 7.

KomponenteWarum genau dasPreisBezug
LTE-Router mit SIM-Slot
Variante A: Konsumentengerät
Spannt das eigene WLAN der Box auf und holt das Internet über Mobilfunk. Dadurch ist jede Box identisch konfiguriert und der Gastgeber muss nichts beisteuern. Achte auf zwei externe Antennenanschlüsse – ohne die gibt es im Gewölbekeller kein Netz. Für die eigene Box völlig ausreichend. ca. 90 € Netzwerk-Fachhandel
LTE-Router, industriell
Variante B: 12 V, Fernwartung
Die Wahl, sobald mehrere Boxen unterwegs sind. Drei Unterschiede, die es ausmachen: Er läuft mit 9–30 V Gleichspannung und hängt am 12-V-Netzteil der Leuchte statt an einer zweiten Steckdose; er ist bis rund 70 °C spezifiziert statt bis 40, was im geschlossenen Gehäuse zählt; und er lässt sich aus der Ferne überwachen, sodass du siehst, ob eine Box online ist, ohne anzurufen. Dazu ein Watchdog, der sich nach einem Verbindungsabbruch selbst neu einwählt. ca. 180 € Industrie-Fachhandel
IoT-SIM (M2M)
europaweit, Multi-IMSI
Kein Verbrauchertarif: Der wird bei dauerhaftem Roaming im Nachbarland gedrosselt. Eine Multi-IMSI-Karte bucht sich zusätzlich in das jeweils beste verfügbare Netz ein. ca. 20 € IoT-Anbieter
USB-Einbaubuchse
Chassis, USB-A, mit Pigtail
Der Anschluss für den Drucker nach außen. Verschraubt im Gehäuse statt der Pi-Buchse durch ein Loch – an diesem Kabel wird gezogen. ca. 9 € Elektronikhandel

Gehäuse und Aufstellung

KomponenteWarum genau dasPreisBezug
Eiche, 18 mm
plus Aufschraubscharniere, Schloss, Schrauben, Öl
Massivholz statt Plattenware: Die Box steht den ganzen Abend auf Augenhöhe der Gäste, und man sieht sie aus einem halben Meter an. 18 mm gibt überall genug Fleisch für Schrauben, Schloss und Scharnier, und die Bildschirmtasche lässt sich 9 mm tief einfräsen, ohne dass die Blende zu dünn wird. Die ganze Rückseite ist die Tür, mit aufgeschraubten Scharnieren und einem Schloss. Zuschnitt macht der Tischler oder der Holzhandel. Maße und Ausschnitte stehen in der technischen Zeichnung. ca. 70 € Holzhandel oder Tischler
Schweres Lichtstativ
mind. 2 m, mit Spreizfuß
Die Box steht auf Kopfhöhe. Sie wird angetanzt und angestoßen – ein leichtes Stativ kippt garantiert. Lieber eines mit Gewicht oder einen Sandsack dazu. ca. 35 € Auswahl ansehen
Hintergrund mit Ständer
ca. 3 m breit
Der Bildausschnitt ist auf zwei Meter Abstand rund 2,6 m breit. Ein 3-m-Hintergrund füllt ihn sicher aus. Ruhig und einfarbig macht mehr aus als jedes zusätzliche Zubehör. ca. 50 € Auswahl ansehen
Requisiten-Set
Hüte, Brillen, Schilder
Der mit Abstand günstigste Weg zu besseren Bildern. Gäste, die etwas in der Hand haben, posieren mutiger. ca. 15 € Auswahl ansehen

3. Was es kostet

Komplette Fotobox

ca. 825 €

Alles aus der Stückliste: Rechner, Kamera, Licht, Bildschirm, Drucker samt Papier, Gehäuse, Stativ, Hintergrund und Requisiten. Fertig zum Aufstellen, nichts fehlt. Dazu rund 120 € für Router und SIM, wenn die Box zu fremden Veranstaltungsorten mitfahren soll – oder rund 210 € mit dem Industrierouter, sobald mehrere Boxen unterwegs sind.

Rechner, Stromversorgung und Speicherca. 167 €
Kameraca. 30 €
Lichtca. 196 €
Bildschirm, Bedienung und USB-Hubca. 111 €
Druckca. 150 €
Gehäuse und Aufstellungca. 170 €
Summeca. 825 €
Netzwerk (optional): Router, SIM, USB-Buchseca. 120 €
  mit Industrierouter statt Konsumentengerätca. 210 €

Zum Vergleich: Eine gemietete Fotobox kostet je nach Anbieter und Region üblicherweise einen mittleren dreistelligen Betrag pro Abend. Der Selbstbau rechnet sich also meist schon beim zweiten Event – und die Box gehört dir.

4. Verkabelung und Zeichnungen

Ein Netzkabel geht in die Box, mehr steckt der Gastgeber nicht in die Wand. Drinnen sitzt ein verschraubter Verteiler, und von dem hängt alles ab: die beiden Netzteile für Pi und Hub, ein Kabel nach oben zur Leuchte und eines nach unten zum Drucker. Beide gehen durch je einen Ausschnitt in der Tür.

Weil Netzspannung im Gehäuse liegt: Der Verteiler wird verschraubt, nicht lose hineingelegt. Jede Durchführung bekommt eine Zugentlastung – die Box wird transportiert, und dabei wackelt alles, was nicht befestigt ist. Die 230-V-Seite bleibt im unteren Streifen des Gehäuses; darüber liegt nichts mehr über 12 Volt. Wenn du beim Anklemmen unsicher bist, lass diesen einen Schritt von jemandem machen, der es darf.
Kabelplan der Fotobox: von der Steckdose über den Verteiler in der Box zu Pi, Bildschirm, Hub, Leuchte und Drucker
Kabelplan. Ein Netzkabel geht in die Box, der Verteiler sitzt darin. Zwei Kabel führen wieder hinaus: nach oben zur Leuchte, nach unten zum Drucker. Zum Vergrößern anklicken.
Technische Zeichnung des Gehäuses: Vorderseite mit Taschen für Bildschirm und Kamera, Rückseite als Tür, Schnitt
Das Gehäuse, 400 × 330 × 120 mm aus 18 mm Eiche. Rot sind Durchbrüche, grün gestrichelt die Taschen, die nur eingefräst werden. Maße in Millimetern, auf A3 quer gedruckt 1:5. Zum Vergrößern anklicken.
Innenausbau der Fotobox: Blick in die offene Box von hinten mit Verteiler, Netzteilen, USB-Hub, Raspberry Pi und den Einbaubuchsen, dazu ein Schnitt
Der Innenausbau. Der Verteiler liegt flach am Boden, die beiden Steckernetzteile stehen von dort nach oben in den freien Raum hinter dem Bildschirm – nach hinten gesteckt ginge die Tür nicht mehr zu. Zum Vergrößern anklicken.
Die Zahl, an der alles hängt: 120 mm Außentiefe minus zweimal 18 mm Eiche sind 84 mm innen. Der Bildschirm liegt bündig in seiner Tasche und braucht davon nichts, der Pi auf dem Druckteil baut 29 mm auf, die Steckdosenleiste liegt flach mit 46 mm. Das geht sich aus – aber nur, solange kein Steckernetzteil zur Tür hin zeigt. Eines quer gesteckt sind 46 + 50 = 96 mm, und die Tür schließt nicht mehr.

Die Maße gelten für einen 15,3-Zoll-Bildschirm mit 340 × 230 mm Außenmaß und 9 mm Bautiefe. Miss deinen nach, bevor du sägst – danach richten sich Tasche und Durchbruch.

5. Aufbau Schritt für Schritt

Grobe Reihenfolge. Die ausführliche Version mit Fotos und Maßen kommt, sobald der erste Prototyp fertig ist.

1

Pi vorbereiten

Raspberry Pi OS Lite auf die microSD-Karte schreiben und die Fotobox-Software installieren – Schritt für Schritt in Abschnitt 8. Ein fertiges Image, mit dem dieser Schritt entfällt, ist geplant.

2

Kamera montieren und Fokus festnageln

Flachbandkabel anschließen – auf die Ausrichtung achten, die Kontakte zeigen zum Anschluss hin. Dann der wichtigste Schritt: Stell jemanden auf den späteren Standabstand, lass den Autofokus einmal laufen, übernimm den gefundenen Wert und schalte auf manuellen Fokus um. In der fertigen Box darf der Autofokus nicht mehr arbeiten – er sucht im Halbdunkel und trifft gelegentlich daneben, und das merkst du erst am nächsten Tag.

3

Gehäuse bauen

Taschen für Bildschirm und Kamera fräsen, die Durchbrüche sägen, oben das Fotogewinde für die Leuchte einlassen. Die ganze Rückseite wird die Tür. Lüftungsschlitze braucht die Box nicht – Pi, Hub und die zwei Steckernetzteile geben zusammen so wenig ab, dass die Eiche das wegsteckt. Alle Maße stehen in der Zeichnung in Abschnitt 4.

4

Leuchte montieren

Oben in die Box ein 3/8-Zoll-Fotogewinde, eingelassen in den inneren Rahmen und nicht nur in die Deckplatte geschraubt – daran hängt später ein Hebel. Darauf eine kurze Säule, darauf der Zapfen der Leuchte, dann die Softbox. Die Leuchte gehört über die Kamera, niemals unter den Bildschirm: Licht von unten wirft die Schatten nach oben und lässt jedes Gesicht unvorteilhaft aussehen. Neige sie leicht nach unten, dann sitzt das Licht dort, wo die Gesichter sind.

Denk an die Standfestigkeit. Leuchte und Softbox schieben den Schwerpunkt nach oben. Ein leichtes Lampenstativ ist damit grenzwertig – nimm eines mit mindestens 3 kg Eigengewicht oder häng einen Sandsack an den Fuß. Auf einer Feier stößt irgendwann jemand dagegen.

5

Strom verlegen

Nach dem Kabelplan aus Abschnitt 4: Verteiler unten im Gehäuse verschrauben, das Netzkabel durch eine M20-Verschraubung hereinführen, die beiden Netzteile für Pi und Hub daran, und zwei Kabel wieder hinaus – oben zur Leuchte, unten zum Drucker. Alle Kabel mit Zugentlastung sichern.

Beim Eigenbau der Leuchtfläche kommt hier die Elektrik dazu: MOSFET-Modul nach der Tabelle dort anschließen, GPIO 18 und GND vom Pi an den Eingang, 12-V-Netzteil und Leuchtfläche an die Schraubklemmen.

6

Licht einstellen

Leuchte auf 30–50 cm zum Gesicht, leicht von oben. Dann in der Software Belichtungszeit, Gain und Weißabgleich manuell festlegen und fixieren. Zusammen mit dem festen Fokus aus Schritt 2 sehen ab jetzt alle Bilder des Abends gleich aus.

7

Drucker einbinden

Selphy per USB anschließen, CUPS mit Gutenprint einrichten, Testdruck machen. Achte beim Einbauplatz auf den Freiraum vor und hinter dem Gerät – mehr dazu in Abschnitt 6.

Zwei Dinge, die uns eine Stunde gekostet haben: Der CP1500 fehlt in Gutenprint, der Treiber ist älter als der Drucker – nimm den CP1300, dieselbe Protokollfamilie, und der CP1500 druckt damit. Und ipp-usb greift sich beim Einstecken jeden USB-Drucker, sucht IPP und einen Scanner, findet beim Selphy beides nicht und setzt ihn zurück. Danach meldet CUPS gar kein USB-Gerät mehr, obwohl der Drucker in lsusb steht. Unser Installationsskript legt deshalb eine Ausnahme für Selphy-Drucker an. Für Fotos gehören außerdem StpBorderless=True und StpImageType=Photo an die Warteschlange, sonst bleibt ein weißer Rand.

8

Generalprobe

Zwei Stunden am Stück laufen lassen und dabei fotografieren. So findest du Überhitzung, WLAN-Abbrüche, Papierstaus und volllaufende Datenträger vorher – und nicht während der Feier.

6. Drucken

Der Ausdruck ist für viele Gäste der eigentliche Grund, eine Fotobox zu benutzen. Ein Streifen, den man mit nach Hause nimmt oder ins Gästebuch klebt, wirkt anders als ein Bild im Handy. Deshalb ist der Drucker jetzt Teil des Standardaufbaus.

Warum Thermosublimation

Ein Tintendrucker ist in einer Fotobox die falsche Wahl: Zwischen zwei Events vergehen Wochen, und die Düsen trocknen ein. Thermosublimationsdrucker haben dieses Problem nicht – sie arbeiten mit einem Farbband, das nicht altert. Die Ausdrucke kommen trocken heraus, sind wischfest und überstehen auch eine feuchte Hand um zwei Uhr nachts.

Der Canon Selphy CP1500 druckt 10×15 cm in rund 45 Sekunden und kostet mit Kassette etwa 1,20 € bis 1,50 € pro Blatt. Er lässt sich per USB direkt am Pi betreiben.

Einrichtung am Raspberry Pi

Linux ist hier im Vorteil gegenüber einer Tablet-Lösung: Druckertreiber sind Teil des Systems. Es genügt, CUPS und die Gutenprint-Treiber zu installieren und den Selphy per USB einzubinden. Die Fotobox-Software schickt die fertige Bilddatei dann einfach an die Warteschlange.

Format: Der Vierer-Streifen wird auf 10×15 cm gelegt, wahlweise zweimal nebeneinander zum Auseinanderschneiden. Vorlagen liefern wir mit.

Der wichtigste Punkt für den Gehäusebau: Der Selphy zieht das Papier beim Drucken viermal vor und zurück – einmal je Farbschicht und einmal für die Schutzschicht. Er braucht dafür jeweils rund 15 cm freien Raum vor und hinter dem Gerät. Wer ihn bündig in ein Fach einbaut, bekommt Papierstaus. Plane ein offenes Fach ein oder setze den Drucker sichtbar oben auf die Box – die Gäste schauen ohnehin gerne beim Herauskommen zu.

Praxis am Eventabend

  • 45 Sekunden pro Druck heißt: In Stoßzeiten baut sich eine Warteschlange auf. Sinnvoll ist, den Druck optional zu machen – nicht jedes Bild muss aufs Papier.
  • Eine zweite Kassette gehört in die Kiste. 108 Blatt sind auf einer Hochzeit schneller weg, als man denkt.
  • Der Drucker hat ein eigenes Netzteil und hängt nicht am Pi-Strom.
  • Kompatible Kassetten sind deutlich günstiger, die Farbwiedergabe schwankt aber. Für den Prototyp reicht das, für Kundenevents lieber das Original.

7. Netzwerk und Internet

Der Punkt, an dem die meisten Selbstbauten am Eventabend scheitern, ist nicht die Technik in der Box, sondern das Netz drumherum. Plan das von Anfang an mit ein, dann hast du am Abend eine Sorge weniger.

Verlass dich nie auf das WLAN des Veranstaltungsorts. Entweder es gibt keins, oder es ist ein Gäste-WLAN mit Anmeldeseite, das Geräte untereinander abschottet. Damit erreicht dein Pi den Drucker nicht mehr, und der Upload läuft auch nicht. Zelte, Gewölbekeller und Höfe haben ohnehin nichts.

Die Box bringt ihr eigenes Netz mit

Bau einen kleinen Router mit ins Gehäuse, statt den Pi selbst zum Access Point zu machen. Der Pi hat mit Kamera, Bildschirm und Uploads genug zu tun, und ein Router, der nur Router ist, fällt seltener aus. Wichtig ist, dass jede Box dieselbe SSID, dasselbe Passwort und feste DHCP-Adressen für Pi und Drucker bekommt. Dann ist alles vorkonfiguriert und du richtest vor Ort nichts mehr ein, auch nicht, wenn du Teile zwischen zwei Boxen tauschst.

Welchen Router – die günstige oder die teure Variante?

Beides ist richtig, es kommt darauf an, wie viele Boxen unterwegs sind.

Variante A – Konsumentenrouter, rund 90 €

Für die eigene Box, die du selbst mitnimmst. Ein gewöhnlicher LTE-Router mit SIM-Slot genügt vollkommen – er spannt ein WLAN auf, wählt sich ein, fertig.

Die eine Bedingung: zwei externe Antennenanschlüsse. Geräte mit nur interner Antenne sind in einem geschlossenen Gehäuse im Keller blind, und daran ändert kein Tarif etwas.

Variante B – Industrierouter, rund 180 €

Sobald mehrere Boxen im Umlauf sind oder du vermietest. Drei Dinge rechtfertigen den Aufpreis:

  • 9–30 V Gleichspannung. Er hängt am 12-V-Netzteil der Leuchte statt an einer zweiten Steckdose. Eine Leitung weniger im Gehäuse und ein Stecker weniger, der beim Transport abreißt.
  • Bis rund 70 °C. Konsumentengeräte sind bis 40 °C spezifiziert. Im geschlossenen Gehäuse neben Pi, Netzteil und Leuchte ist das im Sommer zu wenig.
  • Fernwartung und Watchdog. Du siehst, ob eine Box online ist, ohne anzurufen – und nach einem Verbindungsabbruch wählt sie sich selbst wieder ein, statt bis zum Morgen offline zu stehen.

Geschwindigkeit ist kein Kriterium. LTE Cat 4 reicht reichlich: Ein fertiges Bild ist ein paar hundert Kilobyte, und der Engpass ist ohnehin der Mobilfunkempfang vor Ort, nicht der Router. Spar das Geld lieber für gute Antennen.

Internet über SIM-Karte statt über den Gastgeber

Nimm einen Router mit SIM-Slot und leg eine eigene Karte hinein. Dann braucht weder der Gastgeber noch das Lokal etwas beizusteuern, die Box wird ausgepackt, eingesteckt und läuft. Drei Dinge dabei:

  • IoT- oder M2M-SIM statt Verbrauchertarif. EU-Roaming gilt für normale Tarife nur mit Fair-Use-Klausel. Eine österreichische Karte, die dauerhaft in Deutschland steckt, wird irgendwann gedrosselt oder abgeschaltet, weil permanentes Roaming nicht vorgesehen ist. IoT-Tarife sind genau dafür gemacht, gelten europaweit und kosten wenige Euro im Monat.
  • Externe Antennen. Mobilfunk in einem geschlossenen Gehäuse in einem Gewölbekeller ist genau das Szenario, das dich erwischt. Nimm einen Router mit Antennenanschlüssen und setz die Antennen an eine Kunststoffwand oder nach außen.
  • Datenvolumen überschlagen. Bei 500 Bildern zu je etwa vier Megabyte sind das rund zwei Gigabyte pro Event. Das ist unkritisch, solange die Gäste ihr Bild aus der Cloud laden und nicht aus der Box. Umgekehrt spart die Box zwar Volumen, aber dann muss sich jeder Gast erst in dein WLAN einbuchen, und daran scheitert die Hälfte.

Es gibt auch eSIM für solche Aufbauten, entweder als aufgelöteter eUICC-Chip oder als eSIM im gewohnten Kartenformat, dazu ein LPA wie das offene lpac zum Laden der Profile. Für den Anfang bringt dir das wenig: Eine Multi-IMSI-IoT-SIM als normale Plastikkarte sucht sich ohnehin das beste verfügbare Netz. Interessant wird eSIM erst, wenn du das Gerät oft verschickst und dir den Kartenschlitten sparen willst, oder wenn du über die EU hinaus willst.

Der Drucker hängt am besten am Kabel

Für den Drucker brauchst du das Netzwerk gar nicht. Eine USB-Einbaubuchse nach außen, innen ein kurzes Kabel zum Pi, und der Drucker kann daneben stehen. Das ist die zuverlässigste Variante, weil zwischen Box und Drucker nichts steht, was ausfallen könnte. USB 2.0 endet bei fünf Metern, darüber brauchst du ein aktives Verlängerungskabel. Nimm eine verschraubte Chassis-Buchse und nicht den Pi-Anschluss durch ein Loch, an dem Kabel wird gezogen.

Sicher dir den USB-Port ab. Eine offene Buchse an einem Linux-Rechner mitten auf einer Party ist eine Einladung: Ein USB-Stick wird eingesteckt, oder eine Tastatur, und dann steht jemand auf deiner Konsole. Automatisches Einhängen von Datenträgern abschalten und per udev-Regel nur die Vendor- und Produkt-ID deines Druckers zulassen. Das sind ein paar Zeilen und erspart dir eine unangenehme Geschichte.

Die Regel über allem

Die Box muss ohne Netz weiterarbeiten. Fotos auf die lokale Platte, drucken geht über USB ohnehin offline, und der Upload läuft nach, sobald wieder Verbindung da ist. Wenn ein Funkloch die Box lahmlegt, merkst du es am Abend nicht und der Schaden ist am nächsten Tag nicht mehr zu reparieren.

8. Die Software

Jetzt verfügbar

EventPics Photobooth

Die komplette Software für die Box: Livebild und Countdown im Vollbild, Einzelbild oder Collage mit Rahmen und Namen, Ausdruck auf dem Selphy, Sicherung auf dem USB-Stick und auf Wunsch der Upload zu EventPics – mit einem QR-Code für jedes Bild, über den sich Gäste genau ihr Foto aufs Handy holen. Bedient wird sie am Touchscreen, eingerichtet über das Zahnrad, ganz ohne Tastatur.

Kostenlos, keine Anmeldung.

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Version 0.7.0 · 682 kB · Raspberry Pi OS Lite (64-bit)

Von der leeren Karte bis zur fertigen Box

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Karte beschreiben

Mit dem Raspberry Pi Imager Raspberry Pi OS Lite (64-bit) auf die microSD-Karte schreiben. Lite genügt: Einen Desktop braucht die Box nicht, und ohne startet sie schneller. Vor dem Schreiben fragt der Imager nach Einstellungen – trag dort den Hostnamen photobooth, einen Benutzernamen mit Passwort und dein WLAN ein, aktiviere SSH und stell Zeitzone und Tastatur ein.

2

Erst anschließen, dann einschalten

Kamera, Bildschirm (HDMI und das USB-Kabel für die Touch-Bedienung), USB-Stick und zuletzt das Netzteil. Der Bildschirm muss schon beim Einschalten angeschlossen sein.

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Anmelden

Direkt am Pi mit einer Tastatur, oder bequemer vom eigenen Rechner aus im Terminal: ssh [email protected]

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Installieren

Diese Befehle der Reihe nach einfügen:

sudo apt update && sudo apt install -y unzip
curl -LO https://event.pics/downloads/EventPics-Photobooth-v0.7.0.zip
unzip EventPics-Photobooth-v0.7.0.zip
cd eventpics-photobooth
bash install-pi.sh
bash autostart/setup.sh
sudo reboot

install-pi.sh installiert Kamera-, Drucker- und GPIO-Unterstützung, setup.sh sorgt dafür, dass beim Einschalten nur noch die Fotobox auf dem Bildschirm erscheint, und fragt am Ende nach einer vierstelligen PIN für die Einstellungen. Das dauert je nach Internetverbindung ein paar Minuten. Bricht die Verbindung ab, führst du das Skript einfach noch einmal aus.

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Loslegen

Nach dem Neustart steht nach etwa einer halben Minute die Fotobox auf dem Bildschirm. Die Einstellungen öffnest du über das Zahnrad oben links mit der PIN, die du eben festgelegt hast.

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Einrichten

Stell die Box dort auf, wo sie am Abend steht, und schalte das Licht so ein, wie es dann sein wird. Lass Weißabgleich und Belichtung messen und mach ein Probebild. Die Werte bleiben danach fest, bis du sie änderst – so sieht jedes Bild des Abends gleich aus. Danach Layout, Rahmen und Namen wählen – getippt wird auf der Bildschirmtastatur. Für EventPics hältst du deinen API-Schlüssel als QR-Code vom Handy vor die Kamera oder tippst ihn ein.

Drucker einbinden

Den Selphy per USB anschließen und einschalten. Die ersten beiden Befehle zeigen seine Adresse und den passenden Treiber, der dritte trägt ihn ein, der vierte macht ihn zum Standarddrucker – auf den druckt die Fotobox:

lpinfo -v | grep -i canon
lpinfo -m | grep -i selphy
sudo lpadmin -p Selphy -E -v "ADRESSE" -m "TREIBER"
sudo lpadmin -d Selphy

Zum Testen ein Foto machen und auf dem Ergebnisbildschirm auf „Drucken“ tippen. Wird der Rand abgeschnitten, liegt es fast immer am Papierformat.

Wenn etwas nicht klappt

  • Der Bildschirm bleibt schwarz. War er beim Einschalten nicht angeschlossen, wartet die Box auf ihn. Neu starten.
  • Die Box reagiert träge. Fast immer das Netzteil. Mehrfach-Ladegeräte für Laptops reichen oft nicht, auch wenn 65 W draufsteht – die gelten für 20 V, der Pi braucht 5 V. Prüfen mit vcgencmd get_throttled: Alles außer 0x0 heißt Unterspannung.
  • Touch bewegt nur einen Mauszeiger. Viele Touchscreens melden sich als Maus. Die Software gleicht das von selbst aus, solange das USB-Kabel vom Bildschirm am Pi steckt.
  • Touch reagiert plötzlich gar nicht mehr. Manche Touch-Controller hängen sich auf, meist wenn der Strom knapp wird. Das USB-Kabel vom Bildschirm kurz abziehen und wieder anstecken, die Box läuft dabei weiter. Passiert es öfter, prüf das Netzteil des Hubs – der Touch-Controller hängt daran.
  • PIN vergessen. Auf der Konsole des Pi im Ordner eventpics-photobooth den Befehl bash set-pin.sh ausführen – die alte PIN brauchst du dafür nicht.
  • Protokoll ansehen: journalctl -t photobooth -f
  • Alles zurücknehmen: bash autostart/setup.sh --remove
Wenn du schon eine Fotobox betreibst, brauchst du unsere Software nicht: Der EventPics Folder Uploader für Windows und macOS überwacht den Ausgabeordner jeder beliebigen Fotobox-Software und lädt neue Bilder automatisch hoch. Wer lieber selbst programmiert, nimmt die offene EventPics API – drei Aufrufe, mehr ist es nicht.

9. Stolperfallen, die fast jeder trifft

Das falsche Kameraflachbandkabel

Pi 5 hat den schmalen 22-Pin-Anschluss, Pi 4 den 15-Pin. Die Kamera hat 15 Pin. Der Kamera liegen meist beide Kabel bei – nimm das passende, statt ein zweites zu kaufen. Das falsche passt mechanisch nicht, und halb eingesteckt findet der Pi keine Kamera.

Die NoIR-Version statt der normalen

„Nachtsichtfähig" klingt für eine Abendveranstaltung erst einmal richtig und ist das Gegenteil. Bei der NoIR-Version fehlt der Infrarot-Sperrfilter, dadurch fällt das Infrarot der Umgebung mit auf den Sensor und verfälscht alle drei Farbkanäle gleichzeitig – kein Weißabgleich korrigiert das. Der schwarze Anzug wird bräunlich-violett, dunkelblaue Kleider gehen ins Rosa, Haut wirkt wächsern. Genau die Bilder, die am nächsten Tag niemand haben will. Nimm SC0872, nicht SC0873.

Die Wide-Version statt der Standardversion

Das Camera Module 3 gibt es mit 76° und mit 120°. Die 120°-Variante klingt nach „mehr" und ist für eine Fotobox die falsche Wahl: Sie fotografiert links und rechts an deinem Hintergrund vorbei und wölbt Gesichter am Bildrand. Du brauchst die Standardversion mit 76°, Modellnummer SC0872.

Automatik statt fester Werte

Bleiben Belichtung, Weißabgleich und Fokus auf Automatik, ist jedes Bild anders hell, anders farbig und mal scharf und mal nicht. In einer Fotobox ist Konstanz wichtiger als Perfektion im Einzelbild – alle drei einmal einstellen und festhalten.

Der Xenon-Blitz

Naheliegender Gedanke, funktioniert aber nicht zuverlässig: Die Pi-Sensoren haben einen Rolling Shutter. Ein kurzer Blitz belichtet dann nur einen Streifen des Bildes. Deshalb eine LED-Leuchte, die über die gesamte Auslesezeit hochgefahren wird.

Die SD-Karte

Am Ende des Abends zieht jemand den Stecker. Billige Karten überstehen das nicht lange. Nimm eine Markenkarte und lass einen USB-Stick stecken: Die Fotos liegen dann nicht nur auf der Karte, sondern auch auf dem Stick. Stirbt die Karte, ist das System weg – der Abend nicht.

Das WLAN im Veranstaltungssaal

Verlass dich nicht darauf. Entweder es gibt keins, oder es schottet die Geräte gegeneinander ab, und dann erreicht der Pi nicht einmal mehr den Drucker. Die Box muss vollständig offline funktionieren und hochladen, wenn wieder Verbindung da ist. Wie du sie mit eigenem Netz und eigener SIM unabhängig machst, steht in Abschnitt 7.

10. Optional: Bilder direkt aufs Handy der Gäste

Die Box funktioniert komplett eigenständig. Wer möchte, verbindet sie zusätzlich mit einer EventPics-Galerie: Die Bilder erscheinen dann sofort online, die Gäste scannen den QR-Code neben der Box und haben ihr Foto in Originalqualität auf dem Handy, ganz ohne Registrierung. Wer die App nutzt, bekommt das ganze Album gleich mit dazu.

Nebeneffekt, den viele erst am Tag danach zu schätzen wissen: Über denselben QR-Code laden die Gäste auch ihre eigenen Handyfotos in dieselbe Galerie. Am Ende hast du nicht nur die Fotobox-Bilder, sondern den ganzen Abend an einem Ort.

Das ist ausdrücklich freiwillig. Wenn du deine Bilder lieber nur lokal behältst, lässt du die Anbindung einfach aus – die Anleitung und die Software bleiben in vollem Umfang nutzbar.

11. Optional: Kabelloser Auslöser

Die Box wird komplett am Touchscreen bedient. Wer zusätzlich einen Knopf zum Draufhauen möchte, bekommt ihn später als kabellosen Auslöser: ein Bluetooth-Knopf, der sich direkt mit dem Raspberry Pi verbindet – ohne Kabel durch das Gehäuse und frei platzierbar.

In Arbeit. Stückliste und Einrichtung ergänzen wir hier, sobald die Software ihn unterstützt. Bis dahin brauchst du nichts dafür zu kaufen.

12. Häufige Fragen

Wann ist die Anleitung fertig?

Ein Termin steht noch nicht fest. Diese Seite ist bewusst schon online, damit wir Rückmeldungen zur Stückliste bekommen, bevor der erste Prototyp gebaut ist. Schreib uns gerne, was dir fehlt.

Warum genau diese Kamera und keine andere?

Weil der Raspberry Pi nur für seine eigenen Kameras eine im Labor vermessene Farbabstimmung mitliefert. Bei einem Fremdmodul läuft die Kamera zwar, aber Weißabgleich und Hauttöne stimmen nicht – in einer Fotobox der schlimmste denkbare Fehler. Innerhalb der Modul-3-Familie brauchst du die Standardversion mit 76°, Modellnummer SC0872. Die Wide-Variante mit 120° fotografiert an deinem Hintergrund vorbei, und die NoIR-Versionen ohne Infrarotfilter verfälschen die Farben so stark, dass schwarze Anzüge bräunlich werden.

Worauf muss ich beim Licht achten?

Auf drei Dinge: CRI 95 oder höher – steht der Wert nicht dabei, ist er schlecht, und er entscheidet über die Hauttöne. Eine große Fläche, also Softbox statt nacktem Reflektor – weiches Licht kommt von der Fläche, nicht vom Diffusor davor. Und kein RGB: RGB mischt Weiß aus drei schmalen Spektrallinien, darunter sieht Haut fleckig aus. Wenn du die Leuchtfläche selbst baust, kommt 12 V ohne eingebauten Controller dazu, damit der Raspberry Pi sie per PWM dimmen kann, und COB statt einzelner LEDs, sonst siehst du Lichtpunkte im Diffusor.

Wird die Bildqualität an eine Spiegelreflex-Fotobox herankommen?

Nein, und das behaupten wir auch nicht. Eine Fotobox mit Systemkamera und Blitzanlage liefert bessere Bilder. Mit gutem Licht kommt dieser Aufbau aber nah genug heran, dass die Gäste am nächsten Tag begeistert sind – bei einem Bruchteil der Kosten. Wer Studioqualität braucht, nimmt eine eigene Kamera mit Ausgabeordner und unseren Folder Uploader.

Kann ich die Box gewerblich vermieten?

Von unserer Seite spricht nichts dagegen. Für den gewerblichen Einsatz solltest du dich um Themen wie Elektroprüfung, Haftpflicht und Datenschutz gegenüber deinen Kunden kümmern. Für den Datenschutzteil bieten wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag an.

Geht auch ein Raspberry Pi, den ich schon habe?

Ein Pi 4 mit 4 GB oder mehr funktioniert und spart dir den größten Einzelposten. Er ist langsamer als ein Pi 5, für diese Aufgabe aber ausreichend, und der 15-Pin-Kameraanschluss passt sogar direkt zum mitgelieferten Kabel – das Adapterkabel entfällt dann. Ein Pi 3 hat fest 1 GB und ist zu knapp. Neu kaufen lohnt beim Pi 4 nicht, er kostet inzwischen ungefähr dasselbe wie ein Pi 5.

Muss der Drucker sein?

Wir planen ihn fest ein, weil der Streifen in der Hand für viele Gäste den Unterschied macht – und weil es später deutlich mehr Arbeit ist, den Druck nachträglich in Gehäuse und Software hineinzuquetschen. Technisch funktioniert die Box auch ohne, der QR-Code neben der Box ersetzt den Ausdruck. Dann sparst du rund 150 €.

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Nein. Du fügst sieben Befehle aus Abschnitt 8 in ein Terminal ein, alles Weitere stellst du am Touchscreen ein. Gelötet wird gar nichts: Die Leuchte wird angeschraubt und eingesteckt. Nur wer die Leuchtfläche selbst baut, braucht einen Lötkolben.

Brauche ich WLAN am Veranstaltungsort?

Nein, und du solltest dich auch nicht darauf verlassen. Bau einen kleinen LTE-Router mit eigener SIM-Karte in die Box, dann spannt sie ihr eigenes WLAN auf und bringt das Internet selbst mit. Der Drucker hängt ohnehin besser per USB-Kabel am Pi. Ohne Verbindung muss die Box trotzdem weiterlaufen und die Bilder später nachladen.

Welche SIM-Karte gehört in die Fotobox?

Eine IoT- oder M2M-SIM, kein normaler Handytarif. Verbrauchertarife sind nicht für dauerhaftes Roaming gedacht und werden im Nachbarland irgendwann gedrosselt. Eine Multi-IMSI-IoT-Karte gilt europaweit und bucht sich in das jeweils beste verfügbare Netz ein. eSIM gibt es für solche Aufbauten auch, sie lohnt sich aber erst, wenn du das Gerät oft verschickst oder über die EU hinaus willst.

Was, wenn ich schon eine Fotobox habe?

Dann brauchst du diese Anleitung nicht. Der Folder Uploader arbeitet mit jeder Fotobox-Software zusammen, die Bilder in einen Ordner schreibt. Mehr dazu auf unserer Seite für Fotobox-Verleiher.

Sicherheitshinweis

Der Nachbau erfolgt auf eigene Verantwortung. Arbeiten an der 230-V-Seite (Netzteile, Verteiler, Leuchtmittel) gehören in fachkundige Hände. Verwende ausschließlich fertige, geprüfte Netzteile und öffne diese nicht. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden an Geräten oder Personen.

Hinweis zu Produktlinks

In der finalen Fassung dieser Anleitung werden die Produktlinks Partnerlinks sein. Kaufst du darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Solche Links werden eindeutig als Werbung gekennzeichnet. Unsere Empfehlungen richten sich danach, was für den Aufbau technisch sinnvoll ist – zu jeder Position nennen wir, wo eine günstigere Alternative genügt, und beim Raspberry Pi raten wir ausdrücklich davon ab, ihn über Amazon zu kaufen.

In dieser Entwurfsfassung sind es noch normale Amazon-Links ohne Partner-Kennung.