Fotobox selber bauen mit dem Raspberry Pi
Eine eigene Fotobox mit richtiger Kamera, gesteuertem Licht und einem echten Auslöseknopf – für einen Bruchteil dessen, was eine Miete pro Abend kostet. Hier entsteht die komplette Bauanleitung: Stückliste, Verkabelung, Aufbau und die passende Software.
Alles kostenlos. Die Anleitung, die Stückliste und die Software geben wir frei heraus. Die Anbindung an EventPics ist optional – die Box funktioniert auch komplett ohne uns.
Was hier noch fehlt
- Fotos vom fertigen Aufbau
- Preise sind Momentaufnahmen und ändern sich
- Fertiges SD-Karten-Image zum Download
- Maßzeichnung für das Gehäuse
- Englische Fassung
1. Das Konzept
Eine Fotobox, eine Stückliste. Keine Varianten, keine „geht auch anders" – genau dieser Aufbau, und genau den bauen wir selbst. Alles darin ist so gewählt, dass es am Ende gute Bilder macht, ohne dass die Rechnung ausufert.
Offizielle Kamera mit Autofokus
Das Raspberry Pi Camera Module 3 in der Standardversion mit 76°. Autofokus eingebaut, Objektiv fest verbaut, nichts dazuzukaufen. Und weil es eine offizielle Kamera ist, bringt der Raspberry Pi die passende Farbabstimmung mit – das ist der Grund, warum Hauttöne stimmen und der Weißabgleich sitzt.
Licht, das mit auslöst
Über einen GPIO-Pin steuert der Pi die LED-Leuchte per PWM: schwaches Einstelllicht während der Vorschau, volle Leistung nur im Moment der Aufnahme. Das blendet die Gäste nicht und gibt trotzdem viel Licht, wenn es zählt.
Ein Knopf, den man drücken will
Ein beleuchteter 60-mm-Arcade-Button direkt am GPIO. Kein Touchscreen-Gefummel, keine Erklärung nötig. Der Knopf ist der Grund, warum Gäste eine Fotobox überhaupt benutzen.
Warum diese Kamera
Für den Raspberry Pi gibt es Dutzende Kameramodule, und die Auswahl ist der Punkt, an dem die meisten Selbstbauten die falsche Entscheidung treffen. Der Sensor ist dabei nur die halbe Sache. Damit eine Kamera am Pi wirklich gut aussieht, braucht es zusätzlich eine Farbabstimmung: Weißabgleich-Kalibrierung, Farbmatrizen, Rauschprofile. Die vermisst Raspberry Pi im Labor – aber nur für die eigenen Sensoren.
Nimmst du ein Fremdmodul mit einem anderen Sensor, läuft die Kamera zwar, aber Hauttöne werden fahl oder stichig. In einer Fotobox, deren einziges Motiv Gesichter sind, ist das der schlimmste Fehler, den man machen kann. Deshalb: offizielle Kamera.
Und innerhalb der Modul-3-Familie die Standardversion mit 76°, nicht die Wide mit 120°. Der Grund ist handfest: 120° diagonal sind rund 102° horizontal, damit fotografierst du auf zwei Meter Abstand einen fast fünf Meter breiten Streifen – also links und rechts an deinem Hintergrund vorbei, mitsamt Bar und Notausgangsschild. Die Standardversion deckt auf zwei Meter rund 2,6 m ab. Das passt zu einem üblichen Hintergrund.
Warum dieses Licht
Eine Fotobox fotografiert Gesichter, meistens abends, in einem Raum mit schwachem Mischlicht. Die Kamera ist dabei die feste Größe – das Licht ist die einzige Stellschraube, die du wirklich in der Hand hast. Es entscheidet über das Ergebnis mehr als jede andere Position dieser Liste. Deshalb hier die Begründung für jeden einzelnen Punkt.
Kein RGB – das ist die wichtigste Absage
Bunte oder adressierbare LED-Streifen erzeugen Weiß, indem sie Rot, Grün und Blau mischen. Das ergibt ein Spektrum aus drei schmalen Spitzen und nichts dazwischen. Haut reflektiert aber über den gesamten Farbbereich – unter solchem Licht wird sie fleckig und leblos, und kein Weißabgleich der Welt bringt das zurück, weil die Information im Licht schlicht fehlt. Dazu dimmen adressierbare Chips intern selbst, was bei kurzen Belichtungszeiten Helligkeitsstreifen im Bild erzeugt.
Adressierbare Ketten sind großartig für Stimmung und Statusanzeigen – etwa ein Ring um den Auslöseknopf, der den Countdown mitzählt. Als Licht, mit dem fotografiert wird, sind sie ungeeignet.
CRI 90 oder höher – die Zahl, auf die es ankommt
Der Farbwiedergabeindex sagt, wie originalgetreu eine Lichtquelle Farben zeigt; 100 wäre perfekt. Billige LED-Streifen liegen bei 70 bis 80. Darunter wird Haut fahl bis grünstichig und Rottöne werden matschig – auf Fotos von Menschen fällt genau das sofort auf, auch Laien, die nicht benennen können, warum das Bild komisch aussieht.
Faustregel beim Einkauf: Steht der CRI-Wert nicht dabei, ist er schlecht. Hersteller, die über 90 liegen, schreiben es hin. Wenn du die Wahl hast, achte zusätzlich auf den Einzelwert R9 für tiefes Rot – ausgerechnet der ist bei vielen CRI-90-LEDs schwach, und Haut braucht genau dieses Rot.
4000 Kelvin – wegen des Hintergrunds, nicht wegen der Gesichter
Weil du den Weißabgleich der Kamera fest einstellst, ist die absolute Farbtemperatur für das Gesicht fast egal – du kalibrierst ja darauf. Entscheidend ist das Verhältnis zum Raumlicht, und das kannst du nicht wegkalibrieren.
Ein Festsaal ist typischerweise mit 2700 bis 3000 K beleuchtet, also warm. Nimmst du 5600 K Tageslicht als Hauptlicht, bekommst du neutrale Gesichter vor einem kräftig orange verfärbten Hintergrund. Ein Blitz darf das, weil er das Raumlicht komplett überstrahlt – eine LED-Dauerlichtquelle kann das nicht. 6500 K fällt ganz aus: bläulich und klinisch, Haut wirkt blass. 4000 K neutralweiß ist der Wert, der am wenigsten schiefgeht.
COB, 12 Volt, ohne eigene Elektronik
COB heißt, die Leuchtfläche ist durchgehend statt aus einzelnen Punkten aufgebaut – du siehst dadurch keine Lichtpunkte im Diffusor. 12 Volt und ohne eingebauten Treiber, weil sich der Streifen nur so über einen MOSFET direkt vom Raspberry Pi dimmen lässt. Genau daran scheitern fertige Videoleuchten: Sie haben guten CRI, aber ihre eigene Elektronik mit Drehregler, und lassen sich nicht aufnahmesynchron ansteuern. Damit verlierst du das Merkmal, das deine Box von einem gewöhnlichen Ringlicht unterscheidet.
Eine Fläche, keine Linie – und über der Kamera
Wie weich das Licht wirkt, hängt an der Größe der Lichtquelle vom Motiv aus gesehen, nicht am Diffusor. Ein 8 mm schmaler Streifen hinter Milchglas bleibt eine harte Linie. Deshalb wird der Streifen zerschnitten und zu einer Fläche von etwa 40 × 8 cm zusammengesetzt (Schritt 4).
Und sie gehört über die Kamera. Licht von oben wirft die Schatten nach unten, so wie Sonne und Deckenlampen es tun – das liest jeder als normal. Licht von unten kippt die Schatten nach oben, macht die Augenhöhlen dunkel und das Kinn hell. Das ist der Effekt, mit dem im Kino Bösewichte ausgeleuchtet werden.
- CRI 90 oder höher, und zwar ausdrücklich angegeben
- 4000 K neutralweiß
- COB, nicht einzelne LEDs
- 12 V Gleichspannung, dimmbar, ohne eingebauten Controller
- Kein RGB, RGBW oder adressierbar
- Mindestens 4 m Länge für eine Leuchtfläche von 40 × 8 cm
- Watt pro Meter nachsehen und das Netzteil mit rund 30 % Reserve wählen
Was die Box können soll
- Live-Vorschau auf dem Bildschirm (der Spiegel-Effekt, ohne den niemand posiert)
- Countdown mit großer Anzeige
- Einzelbild oder Vierer-Collage im Streifenformat
- Fest eingestellte Belichtung, Weißabgleich und Fokus
- Aufnahmesynchrone Lichtsteuerung
- Alle Bilder lokal gespeichert, unabhängig vom WLAN
- Ausdruck auf dem Thermosublimationsdrucker
- QR-Code auf dem Bildschirm zum Sofort-Download, optional über EventPics
Bewusst nicht dabei: Greenscreen, Videos, Boomerang. Erst wenn der Rest steht.
2. Stückliste
Das ist die komplette Liste. Alles, was hier steht, brauchst du – und mehr brauchst du nicht. Preise sind Momentaufnahmen und ändern sich laufend.
Zur Preislage beim Raspberry Pi: Die Speicherpreise sind stark gestiegen, der Pi 5 kostet deutlich mehr als früher. Vier Gigabyte sind für diesen Aufbau die richtige Wahl – mit zwei wird es eng, sobald Kamera und Bildschirmoberfläche gleichzeitig laufen, mit acht zahlst du für Speicher, den eine Fotobox nie anfasst.
Rechner und Stromversorgung
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| Raspberry Pi 5, 4 GB Beim Fachhändler ca. 122 € |
Genug Leistung für flüssige Live-Vorschau und Bildverarbeitung gleichzeitig. Vier Gigabyte, weil Kameraprozess und Bedienoberfläche zusammen rund ein Gigabyte belegen und du Reserve für einen ganzen Abend Dauerbetrieb brauchst. | ca. 122 € | Bei Amazon ansehen |
| Aktiver Kühler | Der Pi 5 wird unter Dauerlast heiß, im geschlossenen Gehäuse erst recht. Ohne Kühlung drosselt er nach einer halben Stunde Partybetrieb. | 12,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Netzteil 27 W USB-C PD Original Raspberry Pi |
Der häufigste Grund für unerklärliche Abstürze ist ein zu schwaches Netzteil. Beim Fachhändler rund 11 €. | 15,90 € | Bei Amazon ansehen |
| USB-Gehäuse für M.2-SSD | Die Box wird am Ende des Abends einfach vom Strom getrennt. SD-Karten sterben daran, eine SSD hält es aus. Nebenbei liegt der komplette Abend damit als lokales Backup vor. | 16,99 € | Bei Amazon ansehen |
| M.2-NVMe-SSD, 256 GB Marke frei wählbar |
256 GB reichen für viele Events. Mehr braucht eine Fotobox nicht. | ca. 25 € | Auswahl ansehen |
Kamera
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| Raspberry Pi Camera Module 3, Standard Modell SC0872 · 76° diagonal · Sensor IMX708 |
Offizielle Kamera mit passender Farbabstimmung, Autofokus eingebaut, Objektiv fest verbaut. Es gibt vier Varianten mit fast gleichem Namen – geh nach der Modellnummer SC0872, dann kann nichts schiefgehen. SC0874 ist die 120°-Wide, SC0873 und SC0875 sind die NoIR-Versionen ohne Infrarotfilter. Beide sind für eine Fotobox ungeeignet. Beim Fachhändler rund 30 € und ab Lager; bei Amazon verkaufen sie nur Marktplatzhändler, entsprechend teurer und nicht überall lieferbar. |
ca. 30 € | Beim Fachhändler Bei Amazon |
| Kameraflachbandkabel 15 auf 22 Pin Länge 300–500 mm |
Das mitgelieferte Kabel ist zu kurz, sobald die Kamera vorne und der Pi hinten im Gehäuse sitzt. Der Pi 5 hat den schmalen 22-Pin-Anschluss, die Kamera den 15-Pin – deshalb dieses Adapterkabel. | 8,99 € | Bei Amazon ansehen |
Licht
Spare hier zuletzt. Die Bildqualität einer Fotobox entsteht aus dem Licht, nicht aus der Kamera. Das Modul 3 öffnet auf f/1.8 – ordentlich, aber keine Nachtsichtkamera. Mit kräftigem, weichem Licht macht sie hervorragende Bilder, im Halbdunkel nicht.
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| COB-LED-Streifen 12 V, 4000 K, CRI 90 6 m, IP65, ohne sichtbare Einzelpunkte |
Der CRI-Wert ist hier wichtiger als alles andere. Er sagt, wie originalgetreu Farben wiedergegeben werden. Billige Streifen liegen bei 70 bis 80, und darunter wird Haut fahl bis grünstichig. Nennt ein Angebot den CRI gar nicht, ist er schlecht. 4000 K neutralweiß, weil ein Festsaal meist mit 2700 bis 3000 K beleuchtet ist: Mit 5600 K bekommst du neutrale Gesichter vor orange verfärbtem Hintergrund, mit 4000 K passt beides zusammen. 12 V, damit sich der Streifen über einen MOSFET per PWM vom Pi dimmen lässt, und COB statt Einzel-LEDs, damit du keine Lichtpunkte im Diffusor siehst. Die Leuchte gehört über die Kamera, niemals unter den Bildschirm – Licht von unten wirft die Schatten nach oben und lässt jedes Gesicht unvorteilhaft aussehen. Kein RGB – RGB mischt Weiß aus drei schmalen Spektrallinien, darunter sehen Hauttöne schlecht aus. |
28,22 € | Bei Amazon ansehen |
| Netzteil 12 V / 5 A | Versorgt den LED-Streifen. Reserve einplanen, damit es bei Volllast nicht einbricht. | 13,59 € | Bei Amazon ansehen |
| MOSFET IRLZ44N 10 Stück |
Schaltet die 12-V-Beleuchtung über einen 3,3-V-GPIO-Pin. Wichtig ist Logic Level – ein normaler IRF520 schaltet bei 3,3 V nicht vollständig durch und wird heiß. | 6,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Diffusor und Aluplatte Opalacryl 3 mm, Aluminium 2–3 mm als Rückwand |
Nackte LEDs geben hartes Licht und hässliche Reflexionen in Brillengläsern. Der Diffusor ist der billigste Qualitätssprung im ganzen Aufbau. Die Aluplatte trägt die Streifenstücke und führt ihre Wärme ab. | ca. 12 € | Auswahl ansehen |
Bildschirm und Bedienung
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| 10,1″-IPS-Touchscreen, 1280×800 HDMI mit USB-Touch |
Groß genug, dass sich eine ganze Gruppe darin sieht. Das offizielle 7″-Display ist für eine Fotobox zu klein. | 59,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Micro-HDMI-auf-HDMI-Kabel 1 m |
Der Pi 5 hat Micro-HDMI, nicht HDMI. Wird regelmäßig vergessen. | 7,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Arcade-Button 60 mm, beleuchtet 5er-Set, 12 V LED |
Groß, robust, selbsterklärend. Die eingebaute LED zeigt den Zustand: leuchtet gleich bereit, blinkt gleich Countdown läuft. Im Set, weil beim Einbau gerne einer kaputtgeht. | 17,99 € | Bei Amazon ansehen |
| Dupont-Kabelset Male/Female sortiert, 20 cm |
Für Taster, Taster-LED und die Verbindung zum MOSFET. Dazu ein paar 330-Ω-Widerstände und Schrumpfschlauch aus der Bastelkiste. | 6,98 € | Bei Amazon ansehen |
Druck
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| Canon Selphy CP1500 Thermosublimation, 10×15 cm |
Thermosublimation statt Tinte: Die Ausdrucke sind sofort trocken, wischfest und trocknen zwischen zwei Events nicht ein – genau das Problem, an dem Tintendrucker in einer Fotobox scheitern. Läuft am Pi über CUPS mit Gutenprint-Treiber. | 119,00 € | Bei Amazon ansehen |
| Papier- und Farbbandkassette KP-108IN 108 Blatt 10×15 cm |
Reicht für 108 Ausdrucke. Für eine Hochzeit zwei Kassetten einplanen – sie ist mitten in der Nacht nirgends zu bekommen. | 31,50 € | Bei Amazon ansehen |
Netzwerk (optional, aber empfohlen)
Wer die Box nur zu Hause aufstellt, braucht das nicht. Sobald sie zu fremden Veranstaltungsorten mitfährt, ist es der Unterschied zwischen „läuft“ und „wir suchen das WLAN-Passwort“. Konkrete Modelle wechseln zu schnell, um sie hier zu empfehlen – die Anforderungen stehen in Abschnitt 7.
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| LTE-Router mit SIM-Slot mit externen Antennenanschlüssen |
Spannt das eigene WLAN der Box auf und holt das Internet über Mobilfunk. Dadurch ist jede Box identisch konfiguriert und der Gastgeber muss nichts beisteuern. Antennenanschlüsse sind Pflicht, sonst gibt es im Keller kein Netz. | ca. 90 € | Netzwerk-Fachhandel |
| IoT-SIM (M2M) europaweit, Multi-IMSI |
Kein Verbrauchertarif: Der wird bei dauerhaftem Roaming im Nachbarland gedrosselt. Eine Multi-IMSI-Karte bucht sich zusätzlich in das jeweils beste verfügbare Netz ein. | ca. 20 € | IoT-Anbieter |
| USB-Einbaubuchse Chassis, USB-A, mit Pigtail |
Der Anschluss für den Drucker nach außen. Verschraubt im Gehäuse statt der Pi-Buchse durch ein Loch – an diesem Kabel wird gezogen. | ca. 9 € | Elektronikhandel |
Gehäuse und Aufstellung
| Komponente | Warum genau das | Preis | Bezug |
|---|---|---|---|
| Multiplex- oder MDF-Platte 12 mm plus Scharniere, Schrauben, Lack |
Zuschnitt gibt es im Baumarkt, meist günstiger und genauer als selbst gesägt. Wichtig sind Lüftungsschlitze hinten und eine Klappe für den Zugang zum Pi. | ca. 50 € | Auswahl ansehen |
| Schweres Lichtstativ mind. 2 m, mit Spreizfuß |
Die Box steht auf Kopfhöhe. Sie wird angetanzt und angestoßen – ein leichtes Stativ kippt garantiert. Lieber eines mit Gewicht oder einen Sandsack dazu. | ca. 35 € | Auswahl ansehen |
| Hintergrund mit Ständer ca. 3 m breit |
Der Bildausschnitt ist auf zwei Meter Abstand rund 2,6 m breit. Ein 3-m-Hintergrund füllt ihn sicher aus. Ruhig und einfarbig macht mehr aus als jedes zusätzliche Zubehör. | ca. 50 € | Auswahl ansehen |
| Requisiten-Set Hüte, Brillen, Schilder |
Der mit Abstand günstigste Weg zu besseren Bildern. Gäste, die etwas in der Hand haben, posieren mutiger. | ca. 15 € | Auswahl ansehen |
3. Was es kostet
Komplette Fotobox
ca. 680 €
Alles aus der Stückliste: Rechner, Kamera, Licht, Bildschirm, Auslöser, Drucker samt Papier, Gehäuse, Stativ, Hintergrund und Requisiten. Fertig zum Aufstellen, nichts fehlt. Dazu rund 120 € für Router und SIM, wenn die Box zu fremden Veranstaltungsorten mitfahren soll.
| Rechner und Stromversorgung | ca. 188 € |
| Kamera | ca. 39 € |
| Licht | ca. 62 € |
| Bildschirm und Bedienung | ca. 93 € |
| Druck | ca. 151 € |
| Gehäuse und Aufstellung | ca. 150 € |
| Summe | ca. 680 € |
| Netzwerk (optional): Router, SIM, USB-Buchse | ca. 120 € |
Zum Vergleich: Eine gemietete Fotobox kostet je nach Anbieter und Region üblicherweise einen mittleren dreistelligen Betrag pro Abend. Der Selbstbau rechnet sich also meist schon beim zweiten Event – und die Box gehört dir.
4. Verkabelung und GPIO-Belegung
| Funktion | GPIO (BCM) | Header-Pin | Beschaltung |
|---|---|---|---|
| Auslöser-Taster | GPIO 17 | Pin 11 | gegen GND, interner Pull-up aktiv, Entprellung in Software |
| Taster-LED | GPIO 27 | Pin 13 | über 330 Ω Vorwiderstand (bei 12-V-LED über zweiten MOSFET-Kanal) |
| Licht (PWM) | GPIO 18 | Pin 12 | an das Gate-Signal des MOSFET-Moduls, Hardware-PWM-fähiger Pin |
| Masse | GND | Pin 6, 9, 14 … | gemeinsame Masse für Taster, MOSFET-Modul und 12-V-Netzteil |
Schaltplan und Fotos der Verkabelung folgen in der finalen Fassung.
5. Aufbau Schritt für Schritt
Grobe Reihenfolge. Die ausführliche Version mit Fotos und Maßen kommt, sobald der erste Prototyp fertig ist.
Pi vorbereiten
Raspberry Pi OS auf die SSD spielen, Kamera testen, WLAN einrichten, automatischen Start der Fotobox-Software einrichten. Wir stellen dafür ein fertiges Image bereit, mit dem dieser Schritt entfällt.
Kamera montieren und Fokus festnageln
Flachbandkabel anschließen – auf die Ausrichtung achten, die Kontakte zeigen zum Anschluss hin. Dann der wichtigste Schritt: Stell jemanden auf den späteren Standabstand, lass den Autofokus einmal laufen, übernimm den gefundenen Wert und schalte auf manuellen Fokus um. In der fertigen Box darf der Autofokus nicht mehr arbeiten – er sucht im Halbdunkel und trifft gelegentlich daneben, und das merkst du erst am nächsten Tag.
Gehäuse bauen
Ausschnitte für Display, Kameraöffnung, Leuchte und Auslöseknopf. Hinten eine Klappe für den Zugang, oben und unten Lüftungsschlitze. Der Knopf gehört auf bequeme Handhöhe, nicht neben den Bildschirm.
Die Leuchtfläche bauen
Weiches Licht kommt von einer großen Fläche, nicht vom Diffusor. Ein 8 mm schmaler Streifen hinter Milchglas bleibt eine harte Linie. Schneide den Streifen deshalb in Stücke von je 40 cm und klebe zehn davon nebeneinander auf eine Aluminiumplatte – das ergibt eine Leuchtfläche von 40 × 8 cm. Die Platte ist Kühlkörper, kein Zierrat: Heiße LEDs werden dunkler, verschieben die Farbe und altern schnell.
Nicht biegen, sondern schneiden. COB-Streifen vertragen keine 180°-Wende, die Leiterbahnen brechen. Leg alle Stücke in dieselbe Richtung, dann liegen alle Pluspole auf einer Seite: zwei Sammeldrähte längs, jedes Stück an beide angelötet, fertig. Bei IP65-Streifen musst du das Silikon über den Lötpads vorher wegschneiden. Der Diffusor kommt 4–5 cm vor die LEDs, dann verschwinden die Zwischenräume vollständig.
Elektrik verdrahten
Taster und MOSFET-Modul nach der Tabelle oben anschließen. Alle Kabel mit Zugentlastung sichern – die Box wird transportiert und dabei wackelt alles, was nicht befestigt ist.
Licht einstellen
Leuchte auf 30–50 cm zum Gesicht, leicht von oben. Dann in der Software Belichtungszeit, Gain und Weißabgleich manuell festlegen und fixieren. Zusammen mit dem festen Fokus aus Schritt 2 sehen ab jetzt alle Bilder des Abends gleich aus.
Drucker einbinden
Selphy per USB anschließen, CUPS mit Gutenprint einrichten, Testdruck machen. Achte beim Einbauplatz auf den Freiraum vor und hinter dem Gerät – mehr dazu in Abschnitt 6.
Generalprobe
Zwei Stunden am Stück laufen lassen und dabei fotografieren. So findest du Überhitzung, WLAN-Abbrüche, Papierstaus und volllaufende Datenträger vorher – und nicht während der Feier.
6. Drucken
Der Ausdruck ist für viele Gäste der eigentliche Grund, eine Fotobox zu benutzen. Ein Streifen, den man mit nach Hause nimmt oder ins Gästebuch klebt, wirkt anders als ein Bild im Handy. Deshalb ist der Drucker jetzt Teil des Standardaufbaus.
Warum Thermosublimation
Ein Tintendrucker ist in einer Fotobox die falsche Wahl: Zwischen zwei Events vergehen Wochen, und die Düsen trocknen ein. Thermosublimationsdrucker haben dieses Problem nicht – sie arbeiten mit einem Farbband, das nicht altert. Die Ausdrucke kommen trocken heraus, sind wischfest und überstehen auch eine feuchte Hand um zwei Uhr nachts.
Der Canon Selphy CP1500 druckt 10×15 cm in rund 45 Sekunden und kostet mit Kassette etwa 1,20 € bis 1,50 € pro Blatt. Er lässt sich per USB direkt am Pi betreiben.
Einrichtung am Raspberry Pi
Linux ist hier im Vorteil gegenüber einer Tablet-Lösung: Druckertreiber sind Teil des Systems. Es genügt, CUPS und die Gutenprint-Treiber zu installieren und den Selphy per USB einzubinden. Die Fotobox-Software schickt die fertige Bilddatei dann einfach an die Warteschlange.
Format: Der Vierer-Streifen wird auf 10×15 cm gelegt, wahlweise zweimal nebeneinander zum Auseinanderschneiden. Vorlagen liefern wir mit.
Praxis am Eventabend
- 45 Sekunden pro Druck heißt: In Stoßzeiten baut sich eine Warteschlange auf. Sinnvoll ist, den Druck optional zu machen – nicht jedes Bild muss aufs Papier.
- Eine zweite Kassette gehört in die Kiste. 108 Blatt sind auf einer Hochzeit schneller weg, als man denkt.
- Der Drucker hat ein eigenes Netzteil und hängt nicht am Pi-Strom.
- Kompatible Kassetten sind deutlich günstiger, die Farbwiedergabe schwankt aber. Für den Prototyp reicht das, für Kundenevents lieber das Original.
7. Netzwerk und Internet
Der Punkt, an dem die meisten Selbstbauten am Eventabend scheitern, ist nicht die Technik in der Box, sondern das Netz drumherum. Plan das von Anfang an mit ein, dann hast du am Abend eine Sorge weniger.
Die Box bringt ihr eigenes Netz mit
Bau einen kleinen Router mit ins Gehäuse, statt den Pi selbst zum Access Point zu machen. Der Pi hat mit Kamera, Bildschirm und Uploads genug zu tun, und ein Router, der nur Router ist, fällt seltener aus. Wichtig ist, dass jede Box dieselbe SSID, dasselbe Passwort und feste DHCP-Adressen für Pi und Drucker bekommt. Dann ist alles vorkonfiguriert und du richtest vor Ort nichts mehr ein, auch nicht, wenn du Teile zwischen zwei Boxen tauschst.
Internet über SIM-Karte statt über den Gastgeber
Nimm einen Router mit SIM-Slot und leg eine eigene Karte hinein. Dann braucht weder der Gastgeber noch das Lokal etwas beizusteuern, die Box wird ausgepackt, eingesteckt und läuft. Drei Dinge dabei:
- IoT- oder M2M-SIM statt Verbrauchertarif. EU-Roaming gilt für normale Tarife nur mit Fair-Use-Klausel. Eine österreichische Karte, die dauerhaft in Deutschland steckt, wird irgendwann gedrosselt oder abgeschaltet, weil permanentes Roaming nicht vorgesehen ist. IoT-Tarife sind genau dafür gemacht, gelten europaweit und kosten wenige Euro im Monat.
- Externe Antennen. Mobilfunk in einem geschlossenen Gehäuse in einem Gewölbekeller ist genau das Szenario, das dich erwischt. Nimm einen Router mit Antennenanschlüssen und setz die Antennen an eine Kunststoffwand oder nach außen.
- Datenvolumen überschlagen. Bei 500 Bildern zu je etwa vier Megabyte sind das rund zwei Gigabyte pro Event. Das ist unkritisch, solange die Gäste ihr Bild aus der Cloud laden und nicht aus der Box. Umgekehrt spart die Box zwar Volumen, aber dann muss sich jeder Gast erst in dein WLAN einbuchen, und daran scheitert die Hälfte.
Es gibt auch eSIM für solche Aufbauten, entweder als aufgelöteter eUICC-Chip oder
als eSIM im gewohnten Kartenformat, dazu ein LPA wie das offene lpac zum Laden der Profile.
Für den Anfang bringt dir das wenig: Eine Multi-IMSI-IoT-SIM als normale Plastikkarte sucht sich
ohnehin das beste verfügbare Netz. Interessant wird eSIM erst, wenn du das Gerät oft verschickst und
dir den Kartenschlitten sparen willst, oder wenn du über die EU hinaus willst.
Der Drucker hängt am besten am Kabel
Für den Drucker brauchst du das Netzwerk gar nicht. Eine USB-Einbaubuchse nach außen, innen ein kurzes Kabel zum Pi, und der Drucker kann daneben stehen. Das ist die zuverlässigste Variante, weil zwischen Box und Drucker nichts steht, was ausfallen könnte. USB 2.0 endet bei fünf Metern, darüber brauchst du ein aktives Verlängerungskabel. Nimm eine verschraubte Chassis-Buchse und nicht den Pi-Anschluss durch ein Loch, an dem Kabel wird gezogen.
Die Regel über allem
Die Box muss ohne Netz weiterarbeiten. Fotos auf die lokale Platte, drucken geht über USB ohnehin offline, und der Upload läuft nach, sobald wieder Verbindung da ist. Wenn ein Funkloch die Box lahmlegt, merkst du es am Abend nicht und der Schaden ist am nächsten Tag nicht mehr zu reparieren.
8. Die Software
Hardware-Test-Tool
Damit prüfst du jedes Teil einzeln, bevor du alles zusammenbaust: Kameravorschau und Aufnahme, Belichtung, Weißabgleich und Fokus, das gedimmte Licht, den Auslöseknopf, eine adressierbare LED-Kette und den Drucker. Dazu die Systemwerte des Pi – Temperatur mit Verlauf, Arbeitsspeicher und Warnungen bei Unterspannung oder Drosselung. Bedient wird alles im Browser.
Kostenlos, keine Anmeldung.
ZIP herunterladenVersion 0.4.2 · 40 kB · Raspberry Pi OS
In einer Zeile installiert und gestartet
Lade das ZIP direkt auf dem Raspberry Pi herunter, öffne ein Terminal und füge diese Zeile ein:
cd ~/Downloads && unzip -o EventPics-Fotobox-Test-v0.4.2.zip && cd eventpics-fotobox-test && bash start.sh
Beim ersten Start richtet sich das Tool selbst ein: Es installiert die Kamera- und GPIO-Bibliotheken, legt eine Python-Umgebung an und startet den Server. Das dauert ein paar Minuten und passiert nur einmal. Danach nennt es dir die Adresse, unter der du es öffnest – auf dem Pi selbst oder von einem anderen Rechner im gleichen Netz.
Du brauchst noch nicht alle Teile. Fehlt die Kamera oder ist noch nichts verdrahtet, startet das Tool trotzdem und schaltet die fehlenden Bereiche auf einen Simulationsmodus um. So kannst du schon testen, während die Lieferung unterwegs ist.
Ohne Bildschirm am Pi, nur über SSH
Der Raspberry Pi braucht weder Tastatur noch Maus noch Browser. Weil die Oberfläche im Browser läuft, bedienst du alles vom eigenen Rechner aus. Per SSH auf dem Pi:
sudo apt install -y unzip && wget -N https://event.pics/downloads/EventPics-Fotobox-Test-v0.4.2.zip && unzip -o EventPics-Fotobox-Test-v0.4.2.zip && cd eventpics-fotobox-test && bash start.sh
Das Tool nennt beim Start die Adresse, die du im Browser öffnest.
Es läuft im Vordergrund und endet mit der SSH-Verbindung – soll es weiterlaufen, starte es
vorher in einer tmux-Sitzung.
Was du damit der Reihe nach prüfst
- Vorschau läuft, Kamera wird erkannt
- Belichtungszeit und Gain so einstellen, dass ein Gesicht richtig belichtet ist
- Weißabgleich fixieren, bis Weiß neutral aussieht
- Autofokus einmal laufen lassen, Wert übernehmen, auf manuell umschalten
- Licht von 0 auf 100 % fahren, prüfen ob der MOSFET sauber durchschaltet
- Blitzsequenz auslösen und mit ihr aufnehmen
- Auslöseknopf drücken – es entsteht automatisch eine Aufnahme
- Testseite drucken und die vier Eckmarken kontrollieren
- Die Box eine Stunde laufen lassen und den Temperaturverlauf beobachten
- Alles speichern, damit die Werte für später festliegen
Wenig Arbeitsspeicher? Auf einem Pi mit 1 GB kann die Aufnahme in voller Auflösung fehlschlagen. In der Oberfläche lässt sich die Aufnahmegröße auf 2304×1296 umstellen – das reicht für 10×15-Ausdrucke und rauscht weniger.
Die eigentliche Fotobox-Software
Das Test-Tool ist die technische Grundlage, noch nicht die fertige Box. Daran arbeiten wir gerade:
- Countdown und Gästeoberfläche im Vollbild
- Einzelbild und Vierer-Collage im Streifenformat
- Rahmen und Namen pro Event
- Druckausgabe direkt aus der Box
- QR-Code zum Sofort-Download, optional über EventPics
- Fertiges SD-Karten-Image: schreiben, einschalten, fertig
9. Stolperfallen, die fast jeder trifft
Das falsche Kameraflachbandkabel
Pi 5 hat den 22-Pin-Anschluss, Pi 4 den 15-Pin. Der Kamera liegt das 15-Pin-Kabel bei. Wer einen Pi 5 kauft, braucht zusätzlich das Adapterkabel.
Die NoIR-Version statt der normalen
„Nachtsichtfähig" klingt für eine Abendveranstaltung erst einmal richtig und ist das Gegenteil. Bei der NoIR-Version fehlt der Infrarot-Sperrfilter, dadurch fällt das Infrarot der Umgebung mit auf den Sensor und verfälscht alle drei Farbkanäle gleichzeitig – kein Weißabgleich korrigiert das. Der schwarze Anzug wird bräunlich-violett, dunkelblaue Kleider gehen ins Rosa, Haut wirkt wächsern. Genau die Bilder, die am nächsten Tag niemand haben will. Nimm SC0872, nicht SC0873.
Die Wide-Version statt der Standardversion
Das Camera Module 3 gibt es mit 76° und mit 120°. Die 120°-Variante klingt nach „mehr" und ist für eine Fotobox die falsche Wahl: Sie fotografiert links und rechts an deinem Hintergrund vorbei und wölbt Gesichter am Bildrand. Du brauchst die Standardversion mit 76°, Modellnummer SC0872.
Automatik statt fester Werte
Bleiben Belichtung, Weißabgleich und Fokus auf Automatik, ist jedes Bild anders hell, anders farbig und mal scharf und mal nicht. In einer Fotobox ist Konstanz wichtiger als Perfektion im Einzelbild – alle drei einmal einstellen und festhalten.
Der Xenon-Blitz
Naheliegender Gedanke, funktioniert aber nicht zuverlässig: Die Pi-Sensoren haben einen Rolling Shutter. Ein kurzer Blitz belichtet dann nur einen Streifen des Bildes. Deshalb eine LED-Leuchte, die über die gesamte Auslesezeit hochgefahren wird.
Die SD-Karte
Am Ende des Abends zieht jemand den Stecker. Nach dem dritten Mal ist die Karte hin und der Abend mit ihr. SSD oder read-only-Dateisystem – das ist die wirksamste einzelne Maßnahme für einen sorgenfreien Betrieb.
Das WLAN im Veranstaltungssaal
Verlass dich nicht darauf. Entweder es gibt keins, oder es schottet die Geräte gegeneinander ab, und dann erreicht der Pi nicht einmal mehr den Drucker. Die Box muss vollständig offline funktionieren und hochladen, wenn wieder Verbindung da ist. Wie du sie mit eigenem Netz und eigener SIM unabhängig machst, steht in Abschnitt 7.
10. Optional: Bilder direkt aufs Handy der Gäste
Die Box funktioniert komplett eigenständig. Wer möchte, verbindet sie zusätzlich mit einer EventPics-Galerie: Die Bilder erscheinen dann sofort online, die Gäste scannen den QR-Code neben der Box und haben ihr Foto in Originalqualität auf dem Handy, ganz ohne Registrierung. Wer die App nutzt, bekommt das ganze Album gleich mit dazu.
Nebeneffekt, den viele erst am Tag danach zu schätzen wissen: Über denselben QR-Code laden die Gäste auch ihre eigenen Handyfotos in dieselbe Galerie. Am Ende hast du nicht nur die Fotobox-Bilder, sondern den ganzen Abend an einem Ort.
Das ist ausdrücklich freiwillig. Wenn du deine Bilder lieber nur lokal behältst, lässt du die Anbindung einfach aus – die Anleitung und die Software bleiben in vollem Umfang nutzbar.
11. Häufige Fragen
Wann ist die Anleitung fertig?
Ein Termin steht noch nicht fest. Diese Seite ist bewusst schon online, damit wir Rückmeldungen zur Stückliste bekommen, bevor der erste Prototyp gebaut ist. Schreib uns gerne, was dir fehlt.
Warum genau diese Kamera und keine andere?
Weil der Raspberry Pi nur für seine eigenen Kameras eine im Labor vermessene Farbabstimmung mitliefert. Bei einem Fremdmodul läuft die Kamera zwar, aber Weißabgleich und Hauttöne stimmen nicht – in einer Fotobox der schlimmste denkbare Fehler. Innerhalb der Modul-3-Familie brauchst du die Standardversion mit 76°, Modellnummer SC0872. Die Wide-Variante mit 120° fotografiert an deinem Hintergrund vorbei, und die NoIR-Versionen ohne Infrarotfilter verfälschen die Farben so stark, dass schwarze Anzüge bräunlich werden.
Worauf muss ich beim LED-Streifen achten?
Auf vier Dinge: CRI 90 oder höher – steht der Wert nicht dabei, ist er schlecht, und er entscheidet über die Hauttöne. 4000 K neutralweiß, damit der Hintergrund nicht orange kippt. COB statt einzelner LEDs, sonst siehst du Lichtpunkte im Diffusor. Und 12 V ohne eingebauten Controller, damit der Raspberry Pi ihn per PWM dimmen kann. Kein RGB und nichts Adressierbares: Die mischen Weiß aus drei schmalen Spektrallinien, darunter sieht Haut fleckig aus.
Wird die Bildqualität an eine Spiegelreflex-Fotobox herankommen?
Nein, und das behaupten wir auch nicht. Eine Fotobox mit Systemkamera und Blitzanlage liefert bessere Bilder. Mit gutem Licht kommt dieser Aufbau aber nah genug heran, dass die Gäste am nächsten Tag begeistert sind – bei einem Bruchteil der Kosten. Wer Studioqualität braucht, nimmt eine eigene Kamera mit Ausgabeordner und unseren Folder Uploader.
Kann ich die Box gewerblich vermieten?
Von unserer Seite spricht nichts dagegen. Für den gewerblichen Einsatz solltest du dich um Themen wie Elektroprüfung, Haftpflicht und Datenschutz gegenüber deinen Kunden kümmern. Für den Datenschutzteil bieten wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag an.
Geht auch ein Raspberry Pi, den ich schon habe?
Ein Pi 4 mit 4 GB oder mehr funktioniert und spart dir den größten Einzelposten. Er ist langsamer als ein Pi 5, für diese Aufgabe aber ausreichend, und der 15-Pin-Kameraanschluss passt sogar direkt zum mitgelieferten Kabel – das Adapterkabel entfällt dann. Ein Pi 3 hat fest 1 GB und ist zu knapp. Neu kaufen lohnt beim Pi 4 nicht, er kostet inzwischen ungefähr dasselbe wie ein Pi 5.
Muss der Drucker sein?
Wir planen ihn fest ein, weil der Streifen in der Hand für viele Gäste den Unterschied macht – und weil es später deutlich mehr Arbeit ist, den Druck nachträglich in Gehäuse und Software hineinzuquetschen. Technisch funktioniert die Box auch ohne, der QR-Code neben der Box ersetzt den Ausdruck. Dann sparst du rund 150 €.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Für den geplanten Weg nicht: Image auf die SSD schreiben, einschalten, im Menü Belichtung, Fokus und optional den EventPics-Schlüssel einstellen. Löten musst du nur den Taster und die Lichtsteuerung – das sind vier Kabel.
Brauche ich WLAN am Veranstaltungsort?
Nein, und du solltest dich auch nicht darauf verlassen. Bau einen kleinen LTE-Router mit eigener SIM-Karte in die Box, dann spannt sie ihr eigenes WLAN auf und bringt das Internet selbst mit. Der Drucker hängt ohnehin besser per USB-Kabel am Pi. Ohne Verbindung muss die Box trotzdem weiterlaufen und die Bilder später nachladen.
Welche SIM-Karte gehört in die Fotobox?
Eine IoT- oder M2M-SIM, kein normaler Handytarif. Verbrauchertarife sind nicht für dauerhaftes Roaming gedacht und werden im Nachbarland irgendwann gedrosselt. Eine Multi-IMSI-IoT-Karte gilt europaweit und bucht sich in das jeweils beste verfügbare Netz ein. eSIM gibt es für solche Aufbauten auch, sie lohnt sich aber erst, wenn du das Gerät oft verschickst oder über die EU hinaus willst.
Was, wenn ich schon eine Fotobox habe?
Dann brauchst du diese Anleitung nicht. Der Folder Uploader arbeitet mit jeder Fotobox-Software zusammen, die Bilder in einen Ordner schreibt. Mehr dazu auf unserer Seite für Fotobox-Verleiher.
Sicherheitshinweis
Der Nachbau erfolgt auf eigene Verantwortung. Arbeiten an der 230-V-Seite (Netzteile, Verteiler, Leuchtmittel) gehören in fachkundige Hände. Verwende ausschließlich fertige, geprüfte Netzteile und öffne diese nicht. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden an Geräten oder Personen.
Hinweis zu Produktlinks
In der finalen Fassung dieser Anleitung werden die Produktlinks Partnerlinks sein. Kaufst du darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Solche Links werden eindeutig als Werbung gekennzeichnet. Unsere Empfehlungen richten sich danach, was für den Aufbau technisch sinnvoll ist – zu jeder Position nennen wir, wo eine günstigere Alternative genügt, und beim Raspberry Pi raten wir ausdrücklich davon ab, ihn über Amazon zu kaufen.
In dieser Entwurfsfassung sind es noch normale Amazon-Links ohne Partner-Kennung.